Erstellt am 16. Mai 2012, 00:00

Olympia-Tickets verspielt. LONDON 2012 / Für zwei burgenländische Hoffnungsträger platzte der Traum von den Olympischen Spielen: Hans Spitzauer und Nicole Trimmel müssen zuschauen.

Hans Spitzauer konnte sich diesmal kein Ticket für die olympischen Spiele in London sichern. Der Star-Segler verpasste mit seinem Vorschoter Gerd Habermüller bei der WM in Frankreich knapp die Qualifikation für eine mögliche sechste Teilnahme. ZVG  |  NOEN
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VON MARTIN IVANSICH

„Zu verlieren ist eine Sache. So heruntergetragen zu werden mit einem derart hohen Punkteergebnis eine andere Sache. Es sieht ja nach einer Hinrichtung aus, was es definitiv nicht war“, meinte eine enttäuschte Nicole Trimmel nach dem frühen Aus bei der Box-Weltmeisterschaft der Damen. China war die einzige Qualifikationsmöglichkeit für London, entsprechend groß war der Andrang in den olympischen Gewichtsklassen.

„Klare Treffer blieben von  den Ringrichtern unbelohnt“

Der Grund von Trimmels Unmut: Die Osliperin sah sich im Kampf gegen die Italienerin Marenda Romina klar von den Punkterichtern benachteiligt. Das zermürbende Endergebnis von 26:12 und das Ende der Olympia-Träume kommentierte Nationaltrainer Adolf Angrick folgendermaßen: „Nicole benötigte in der ersten Runde etwas zu lange, um sich auf die Gegnerin einzustellen. Sie steigerte sich im Verlaufe des Kampfes, machte klare Treffer in Verbindung mit der Schlaghand, die aber von den Ringrichtern unbelohnt blieb. Die Aktionen des Ringrichters, Trimmel während des Kampfverlaufes wegen einer kleinen Verletzung mehrmals zum Arzt zu schicken, deuten darauf hin, dass er diesen schnell über die Bühne bringen wollte, da es der letzte Kampf des Abends war.“

Für Star-Segler Hans Spitzauer hätte es wiederum ein perfekter Ausklang seiner Karriere sein sollen. Mit den Olympischen Spielen in London wollte er sich nach fast drei Jahrzehnten vom Spitzensport gebührend verabschieden. Ein 15. Platz bei der Star-WM an der französischen Riviera vor Hyeres reichte dem 47-Jährigen knapp nicht, um seine sechste Teilnahme bei Olympischen Spielen zu fixieren. Der Weltmeister von 1995 im Finn wird seine Karriere somit ohne Olympisches Edelmetall beenden. Für die Olympischen Spiele 2016 in Rio ist die Star-Klasse nicht mehr vorgesehen. 1996 segelte er bei den Spielen in Atlanta als Vierter nur hauchdünn am Podest vorbei.

„Familie und Freunde  mich nun öfter sehen“

Trotz des verpassten Ziels blieb der Neusiedler in seiner Analyse höchst sachlich: „Natürlich hätte ich mir den Abschied mit den Olympischen Spielen gewünscht. Man muss aber auch einsehen, dass man im Sport nicht nur ganz oben stehen kann.“ Gänzlich vom Segelsport wird er sich aber nicht verabschieden. „Ich werde schon noch einige Male im Star-Boot sitzen, dazu ist einfach die Leidenschaft zu groß.“ Der positive Effekt an der ganzen Sache liegt für den erfolgreichen Sportler übrigens auch auf der Hand: „Meine Familie und meine Freunde werden mich nun öfter zu Gesicht bekommen.“