Erstellt am 03. Juli 2012, 11:33

Olympia-Untreue-Verfahren gegen Jungwirth vertagt. Das Untreue-Verfahren gegen den langjährigen ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth und seine mitangeklagte Ex-Mitarbeiterin Manuela K. am Straflandesgericht Wien ist auf 31. Juli vertagt worden.

Jungwirths Anwalt Herbert Eichenseder brachte am Dienstag, dem insgesamt vierten Verhandlungstag, einen Beweisantrag zur Ladung weiterer Zeugen ein, dem Richter Georg Olschak stattgab. Eichenseder will durch die Aussagen der Zeugen belegen, dass der ehemalige ÖOC-Präsident Leo Wallner entgegen seiner Aussage im Prozess Anfang Mai sehr wohl von beträchtlichen Zusatzvergütungen des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) an Jungwirth für die letztlich gescheiterte Salzburger Bewerbung gewusst hat.

"Es gibt Zeugen, die das widerlegen können", sagte Eichenseder und bemerkte, dass Wallner damit wohl falsch ausgesagt haben muss. Dafür beantragte er die Ladung des ehemaligen Salzburger Olympia-Bewerbungschefs Fedor Radmann und des Strategieberaters Erwin Roth.

Gegen Radmann, Roth und Wallner laufen in der Olympia-Causa in Salzburg separate Strafverfahren. Auch Wallner soll nach Meinung von Eichenseder noch einmal vernommen werden. Ob und wann das geschieht, ist noch offen. Denn am 31. Juli weilt der immer noch im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sitzende Ex-Casinos-Austria-Boss laut Eichenseder bei den Sommerspielen in London. Deshalb ist eine weitere Vertagung beim nächsten Termin nicht auszuschließen.

Laut Anklage soll Jungwirth zwischen Anfang 2003 und Februar 2009 von den Konten mit Hilfe seiner langjährigen Stellvertreterin und des abgesondert verfolgten ehemaligen ÖOC-Kassiers Lothar Scheer 2,78 Mio. bar behoben bzw. auf seine Konten transferiert und für private Zwecke verwendet haben. Jungwirth und K., denen jeweils bis zu zehn Jahre Haft drohen, bekennen sich nicht schuldig.