Erstellt am 13. Januar 2016, 04:28

von Bernhard Fenz

Onisiwo-Urteil „nicht so stehen lassen“. Das für Karim Onisiwo positive Vertrags-Urteil freut die Spielergewerkschaft. Der SV Mattersburg wiederum beruft.

Ab nach Deutschland: Karim Onisiwo (r.) wird nicht mehr für Mattersburg spielen - der SVM beruft aber. Foto: Ivansich  |  NOEN, Ivansich

Mit 30. Juni 2015 erklärte das Arbeits- und Sozialgericht in der Vorwoche den laufenden Vertrag von Karim Onisiwo für ungültig – die BVZ berichtete (siehe hier und ganz unten).

Gipfel eines längeren Rechtsstreits

Das erst jetzt bekannt gewordene Urteil vom 11. November ist bekanntlich der Gipfel eines längeren Rechtsstreits zwischen dem nunmehrigen Ex-SVM-Profi und seinem Arbeitgeber. Das Gericht sah laut Richterin Susanne Pichler die vom Verein einseitig gezogene Option des ein Jahr dauernden Vertrags über zwei weitere Jahre als entscheidendes Problem an.

So sei eine nicht zulässige Einschränkung der Kündigungsfreiheit des Arbeitnehmers gegeben. Laut Spielergewerkschaft (VdF), die involviert war und Onisiwos Interessen vertrat, führten die fehlende übliche Aufbesserung des Gehalts bei Optionsziehung sowie eine nachträgliche Abänderung des Vertrags, bei der eine Aufbesserung des Gehalts, aber nicht eine vereinbarte Ausstiegsklausel enthalten gewesen sein soll, zur Klage wegen Nichtigkeit.

„Lage der Spieler hat sich gebessert“

Geschäftsführer Rudolf Novotny zum Urteilsspruch: „Bisher waren die Vereine im Vorteil, jetzt hat sich die Lage der Spieler verbessert.“ Onisiwo, der somit ablösefrei ist, trainiert bereits bei seinem neuen Arbeitgeber Mainz 05.

Der SV Mattersburg wiederum geht, wie der Sportliche Leiter Franz Lederer bestätigte, in Berufung – da man sich wiederum im Recht wähnt. „Wir wollen das nicht so stehen lassen“, stellte Lederer klar.

Wird die Berufung abgewiesen, ist die Causa jedenfalls rasch vom Tisch. Falls nicht, könnte sich der Fall für Onisiwo doch noch in die Länge ziehen.

Am sportrechtlichen Weg hat der 23-Jährige übrigens noch nicht die offizielle Spielfreigabe erhalten (da müsste auch Mattersburg zustimmen). Mögliche Variante: Der Teamspieler könnte bis zum Ende des laufenden Berufungsverfahrensüber eine einstweilige Verfügung auf Basis des Gerichtsurteils für seinen neuen Klub auflaufen.

BVZ.at hatte zum Thema berichtet: