Erstellt am 29. Oktober 2014, 06:56

von Martin Ivansich

Trimmel: „Ein bis zwei Jahre kämpfe ich noch“. Nicole Trimmel holte in Bilbao erstmals EM-Gold im Vollkontakt. Im BVZ-Interview spricht sie über ihre Zukunft.

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BVZ: Welchen Stellenwert hat der in der Vorwoche erkämpfte Europameister-Titel im Vollkontakt – der Kickbox-Königsdisziplin – für dich?
Nicole Trimmel: Einen sehr großen. Immerhin war es genau der Titel, der mir noch gefehlt hat. Das macht mich stolz.

„Eine Gehirnerschütterung – das gehört einfach dazu“

War der Bilbao-Trip mehr wert als die Goldmedaille und jede Menge Prestige?
Es gibt kein Preisgeld im Kickboxen. Kosten habe ich aber keine, die übernimmt der Verband. Daher ist es für mich ein Nullsummen-Spiel.

Vier intensive EM-Kämpfe waren auf dem Weg zum Titel nötig. Brummt da noch der Kopf?
Ja, ich hab auch eine leichte Gehirnerschütterung. Den Gegnern geht es da aber auch nicht viel besser – das gehört einfach dazu. Der Unterschied ist, dass ich nun den Titel habe. Ich werde in dieser Woche regenerieren und dann mit der Vorbereitung für die EM im Leichtkontakt (Anm.: Ende November in Maribor) starten.

Was darf man sich dann von Nicole Trimmel erwarten?
Ich hoffe natürlich auf die Titelverteidigung. Das ist mein Ziel.

„Olympia? Das Thema Boxen ist für mich erledigt“

Ist es im Leichtkontakt für dich einfacher, den Titel zu holen?
Nein, auch hier sind sehr starke Gegnerinnen dabei. Speziell die Russin Xenia Miroschnitschenko wird nach der Final-Niederlage bei der Vollkontakt-Europameisterschaft auf Revanche aus sein. Ich werde mich aber sehr gut vorbereiten und bin zuversichtlich für diese EM.

Sind Olympische Spiele noch ein Thema für dich – eventuell auch im Boxen?
Das Thema Boxen ist für mich erledigt. Im Kickboxen wird es sich für mich wohl nicht mehr ausgehen, weil es nicht im Programm für Rio 2016 sein wird.

Wird die Europameisterschaft in Maribor somit dein letzter großer Auftritt sein?
Das Karriere-Ende ist sicher absehbar. Noch tue ich meinen Kontrahentinnen diesen Gefallen nicht. Zumindest ein Jahr, vielleicht auch noch ein zweites, wird man sich mit mir noch messen müssen.