Erstellt am 04. August 2013, 20:33

OSV-Präsident Meidlinger tritt zurück. Der 49-jährige Christian Meidlinger hat am Sonntagabend seinen Rücktritt als Präsident des österreichischen Schwimmverbandes (OSV) bekannt gegeben.

Der SPÖ-Politiker meldete sich von einem Aufenthalt in Brasilien und gab als Grund für seinen Entschluss familiäre Gründe an. Das OSV-Präsidium tagt am Montag ab 17.00 Uhr in Wien, eventuell könnte dabei ein interimistischer Nachfolger bestimmt werden. Der OSV hat mit Birgit Fürnkranz-Maglock, Peter Putzgruber und Richard Kössler drei Vizepräsidenten. Für 6. September war schon vor Meidlingers Rücktritt ebenfalls in Wien ein außerordentlicher Verbandstag angesetzt. Es ist denkbar, dass bei diesem Anlass der neue OSV-Präsident gewählt wird. Meidlinger hatte das Amt am 15. September 2012 beim Verbandstag in Linz übernommen, nachdem zwei Tage davor Paul Schauer zurückgetreten war.

Den seit Mai 2012 schwelenden OSV-Disput mit Dinko Jukic bekam Meidlinger nie in den Griff, er uferte vielmehr noch aus. Jukic ist aus Protest gegen den Verband seit dem Olympia-Semifinale am 2. August 2012 über 100 m Delfin außer an einem März-Wochenende bei einem Meeting in Trnava nicht mehr wettkampfmäßig geschwommen, auch aus Protest gegen den Verband.

Jukic hatte den Verzicht auf ein WM-Antreten damit begründet, dass ihm der Verband jegliche staatliche Unterstützung gestrichen habe, er wolle dem OSV mit seinen Ergebnissen daher keine Fördermittel zukommen lassen. Dafür hat der 24-Jährige von seinem derzeitigen Aufenthaltsort in Übersee medial schwer geschossen, zu Wochenbeginn auch auf der Online-Plattform laola1.at.

In diesem Interview griff Jukic u.a. Meidlingers Ehefrau Karin Meidlinger an. Diese hatte in Barcelona eine WM-Akkreditierung als "Support Staff", dagegen waren Trainer von Athleten nicht akkreditiert worden. Christian Meidlinger legte daraufhin Jukic u.a. den Verbandsaustritt nahe. "All jenen, denen lediglich an der Befriedigung ihrer persönlicher Eitelkeiten gelegen ist, sollten dem OSV so rasch wie möglich den Rücken kehren", hieß es da am Mittwoch auszugsweise.