Erstellt am 16. Oktober 2013, 00:00

„Pacult wird es nicht“. Erste Liga / SVM-Boss Martin Pucher sprach beim Thema Peter Pacult Klartext. Die Bestellung eines neuen Trainers dauert noch.

Von Bernhard Fenz

Die Gerüchteküche brodelte. Aber: Peter Pacult wird nicht neuer Trainer des SVM. Das bestätigte Präsident Martin Pucher. „Auch wenn diese Meldung zuletzt sogar schon publiziert wurde: Das ist kein Thema.“ Vielmehr sei es noch nicht absehbar, wann der Vereins-Chef einen neuen Coach bestellen werde. „Ich will haben, dass sich die Thematik beruhigt. Wir haben jetzt einige wichtige Spiele vor uns.“

Zeitfenster für Suche noch über ein Monat groß

Inklusive dem ÖFB-Cup-Match in Amstetten warten in den folgenden zwei Wochen fünf Spiele – Horn (H, 18.10), Kapfenberg (A, 22.10.), Altach (H, 25.10.), Amstetten im ÖFB-Cup (A, 29.10.) und Parndorf (A, 1.11.). Spätestens bis zum Ende der Herbstsaison will Pucher eine Entscheidung. Das heißt, dass sich das Zeitfenster theoretisch erst Ende November schließt.

Die Suche nach einem Nachfolger von Ex-Trainer Alfred Tatar bleibt also aufrecht, der SV Mattersburg vertraut aktuell wie gehabt auf das Interimsduo Franz Lederer/Max Karner. Und dann? Die BVZ hörte sich in der Stadt und bei einigen SVM-Fanclubs um, wer denn aus Sicht der grün weißen Sympathisanten übernehmen solle.

Reinhard „Shorty“ Kurz, Obmann des mit knapp 100 Mitgliedern stärksten Fanclubs „1922“, wünscht sich „einen, so wie es der Muhsin Ertugral war.“ Der Ex-SVM-Trainer aus dem Jahr 2004 war für Kurz „ein Meister seines Fachs. Aber Martin Pucher wird schon jemanden verpflichten, der gut passt.“

Der Neue: Motivator und Sportpsychologe? 

Albert Marth vom Fanclub „Mitte 06“ möchte vor allem jemanden, der das Verlierer-Syndrom aus den Köpfen befördern kann. „Plötzlich soll nach dem Abstieg eine Meistermannschaft spielen. Das geht nicht.“ Beim Wunschkonzert für den neuen Coach hat Marth zwar keinen Namen, aber Eigenschaften parat: „Er sollte ein guter Trainer, ein guter Motivator und vor allem auch ein Sportpsychologe sein – das braucht die Mannschaft wahrscheinlich am dringendsten.“

Geht es nach Christa Wessely, Obfrau der „Green White Fighters“, müsste sich an der Interimslösung gar nichts mehr ändern: „Franz Lederer war das Um und Auf und hätte sich im Sommer ohnehin die Chance verdient gehabt, am Wiederaufstieg zu arbeiten. Die Lösung gemeinsam mit Markus Karner ist gut.“ Szenewechsel in den Friseursalon.

Hier hat Chef Karl „Waki“ Hatwanger, bei dem sich ein Großteil der Spieler regelmäßig schön machen lässt, noch keine genaue Vorstellung. Nur so viel: „Ein Typ wie der Didi Kühbauer wäre wünschenswert – einer, der die Mannschaft gut führt und seine Ideen auch voll einbringen kann.“ Kühbauer selbst steht bekanntlich beim WAC unter Vertrag. Das weiß auch Hatwanger: „Es ist schwierig, den geeigneten Namen zu finden.“

Lederer/Karner als Langzeitlösung?

Trafikant Gerald Neuberger, der übrigens seit Jahren nach jedem SVM-Sieg am nächsten Werktag ein zweistündiges Sektfrühstück für seine Kunden anbietet, könnte sich St. Pöltens Ex-Coach Martin Scherb gut vorstellen. „Der hat nicht schlecht gearbeitet und würde passen. Aber warten wir einmal ab, wie viel Erfolg Lederer/Karner jetzt haben. Wenn es gut läuft, würde mich so eine Langzeitlösung nicht überraschen.“ Neubergers Wunschtrainer wird jedenfalls nicht kommen: Frenkie Schinkels, aktuell in Krems und schon einmal im Gespräch. „Der hätte mir getaugt. Aber nach seiner Absage wegen der Austria ist klar, dass das sicher nichts mehr wird.“