Erstellt am 30. November 2013, 22:24

Paris siegte in Lake Louise hauchdünn vor Kröll. Der Olympia-Winter hat für die Abfahrer am Samstag mit einem Hundertstelkrimi begonnen.

Der Italiener Dominik Paris setzte sich zum Weltcup-Auftakt in Lake Louise 0,03 Sekunden vor dem Steirer Klaus Kröll durch. Der Franzose Adrien Theaux hatte nach den knapp drei Kilometern auf der "Olympia-Strecke" 0,11 Sekunden Rückstand. Für Lake-Louise-Seriengewinner Aksel Lund Svindal aus Norwegen blieb diesmal Platz vier. Mit dem sechstplatzierten Salzburger Georg Streitberger und dem Kärntner Max Franz auf Rang neun landeten neben Kröll zwei weitere Österreicher in den Top Ten.

Für den 24-jährigen Paris war es nach Bormio 2012 und Kitzbühel 2013 der dritte Weltcup-Sieg. "Das war ein Irrsinnsmatch mit Kröll. Bis auf das Schlusstor hab ich alles super erwischt. Jetzt hab ich auch in Nordamerika einen Weltcupsieg gefeiert, das ist auch sehr nett", jubelte der Gewinner aus Südtirol.

Kröll hatte vor dem Saisonstart lediglich einen Top-15-Platz als Ziel ausgegeben. Den Steirer plagten nicht nur Probleme mit der linken Schulter, sondern auch Sorgen bezüglich der Materialabstimmung. "Ich bin extrem überrascht", meinte der 33-Jährige, der mit Startnummer 17 eine zwischenzeitliche Bestzeit aufgestellt hatte.

"Ich habe schon gemerkt, dass mehr weitergeht als im Training. Aber für ganz vorne hab ich mich eigentlich nicht in der Lage gefühlt", sagte der Sieger von sechs Weltcup-Rennen. Die Schmerzen hielten sich offenbar in Grenzen. "Ich hatte die Schulter so weit im Griff, dass ich nicht daran denken musste", freute sich Kröll.

Zugutekam Kröll nicht nur eine offenbar entscheidende Umstellung am Schuh-Setup, sondern auch ein wenig Glück mit den Bedingungen. "Ich hatte teilweise Sonne und auch den Wind von der richtigen Seite. Heute ist sicher einiges an Glück für mich zurückgekommen."

Für Svindal ist seine Siegesserie in Lake Louise gerissen. Der Norweger hatte die jüngsten drei Weltcup-Rennen im kanadischen Weltcup-Ort allesamt gewonnen. Mit Rang vier konnte Svindal dennoch gut leben. "Ein vierter Platz darf passieren, die anderen sind halt auch sehr schnell." Svindals Spezialrennen, der Super-G in Lake Louise, folgt aber erst am Sonntag (19.00 Uhr). Diesen Super-G hat Svindal bereits 2005, 2007, 2011 und 2012 gewonnen.

Franz war bis kurz vor Schluss blendend unterwegs. Eine der letzten Wellen vor dem Ziel brachte den Kärntner aber vom Erfolgskurs ab - Franz musste abbremsen, verlor viel Geschwindigkeit und Zeit. "Das ist wirklich schade. Ich habe keine Ahnung, an was ich da gedacht habe", ärgerte sich der 24-Jährige, der mit ein wenig Abstand über seine Gefühlslage meinte: "Zuerst hab ich gelacht, dann geweint. Jetzt geht's aber schon wieder mit dem Lachen."