Erstellt am 05. Dezember 2015, 04:18

von Bernhard Fenz

Parndorf: Gefestigt an die Spitze?. Parndorf hat mit Norbert Schweitzer einen neuen Cheftrainer. Ziel ist, die Eigenbau-Philosophie zu festigen, aber auch parallel wieder ganz nach vorne zu kommen.

Neuer Schwung: Ab 11. Jänner - da erfolgt der Start in die Frühjahrsvorbereitung - wird Norbert Schweitzer die Ostliga-Mannschaft des SC/ESV Parndorf dirigieren. Der Verein peilt mit ihm eine langfristige Lösung an. Foto: GEPA  |  NOEN, GEPA pictures/Josef Bollwein
Die sportlichen Chancen des SC/ESV Parndorf auf einen Direktaufstieg in die Sky Go Erste Liga sind in dieser Saison praktisch gleich Null. 13, beziehungsweise 12 Punkte Rückstand auf Horn und Vienna sind nicht mehr aufzuholen. Punkt.

Also haben die Nordburgenländer, die sich zwei Runden vor dem Ende der Herbstsaison von Trainer Richard Slezak getrennt hatten, zur Abwechslung auch keinen unmittelbaren Aufstiegs-Bedarf.

„Wir wollen unsere Jungen weiterbringen“

Eine gute Gelegenheit, um die eingeschlagene Eigenbau-Philosophie nun zu evaluieren und die Bestellung des neuen Coaches mit dieser wesentlichen Klub-Facette abzugleichen. Auch darum hat sich der SC/ESV für Norbert Schweitzer entschieden.

Der 46-Jährige hat bei Rapid in der Akademie und später bei den Amateuren (Co-Trainer unter Zoki Barisic, danach selbst Chefcoach) die Arbeit mit jungen Akteuren am eigenen Leib erlebt – jetzt soll er seine Erfahrung in Parndorf einbringen. Obmann Gerhard Milletich: „Wir wollen unsere Jungen weiterbringen. Norbert Schweitzer hat bewiesen, dass er das kann.“

Und auch Sportdirektor Andreas Hackstock zeigte sich hochzufrieden mit dem Deal: „Wir planen hier längerfristig und sind davon überzeugt, eine sehr gute Konstellation zu haben.“

Zeit bis zum Saisonende zur Sondierung

Am 11. Jänner steigt Norbert Schweitzer offiziell ein, bis dahin wird sich der Neo-Parndorf-Trainer das Geschehen aus der Mitteldistanz ansehen. Die Hallenturniere (wo eine gemischte Mannschaft aus Ostliga- und BVZ Burgenlandliga antreten soll) wird Pauli Hafner als Betreuer leiten.

Vorab freut sich der Wiener bereits auf die neue Aufgabe: „Ich glaube, dass wir eine gute Entwicklung reinbringen können und vom Nachwuchs weg über die dritte und zweite Mannschaft bis ganz nach oben gemeinsam ein gutes System schaffen. Es ist erstrebenswert, dass mehr als 50 Prozent der Spieler aus dem eigenen Unterbau kommen.“

„Wir“ impliziert in diesem Fall übrigens nicht nur den gesamten Betreuerstab, der entsprechend eng zusammenarbeiten soll, sondern vor allem auch Schweitzers Co-Trainer Matus Kukla. Dieser genießt das volle Vertrauen des Chefs. „Wir sind ein eingespieltes Team und kennen uns gegenseitig.“

Eigenbau und Erfolg kein Widerspruch

Kurzfristig soll das Duo nun bis zum Saisonende parallel die Entwicklung der aktuellen Mannschaft unter die Lupe nehmen, um die Truppe danach für die neue Ostliga-Meisterschaft fit zu bekommen. Denn eines ist laut Schweitzer klar: „Wir wollen dann schon wieder um den Titel mitspielen und schauen, wie die Mannschaft dafür aufgestellt sein muss.“

Die Eigenbau-Philosophie auf der einen Seite und das Erfolgs-Streben in der Ostliga auf der anderen Seite sei schließlich kein Widerspruch. Personell wird das Duo Schweitzer/Kukla übrigens auf den gleichen Kader wie im Herbst zurückgreifen. Also soll die Mannschaft annähernd unverändert bleiben, wie Hackstock bestätigte.

Demnach werde auch Ex-Neusiedl-Stürmer Marian Tomcak (35) nicht im Winter nach Parndorf wechseln, wie kurzfristig kolportiert worden war.

Norbert Schweitzer: „Ich glaube, dass Potenzial vorhanden ist und dass es keinen Sinn macht, jetzt personelle Schnellschüsse zu setzen.“