Erstellt am 05. Juni 2014, 21:41

von Bernhard Fenz

Parndorf muss in die Regionalliga Ost. Den Linzern reichte im Relegations-Rückspiel gegen Parndorf am Donnerstag im Stadion der Stadt Linz ein 1:1, um den Aufstieg in die Erste Liga zu fixieren.

SC/ESV Parndorf  |  NOEN, Bernhard Fenz
Der SC/ESV Parndorf hat im Kampf um einen Platz in der Ersten Liga nach der 0:1-Heimniederlage gegen Regionalliga Mitte-Meister LASK im Rückspiel in Linz ein 1:1-Unentschieden erreicht – zu wenig, um den Abstieg abzuwenden.



Somit sind die Oberösterreicher in der Bundesliga, die Burgenländer müssen nach dem vorjährigen Aufstieg und dem Relegationserfolg gegen Blau Weiß Linz (übrigens auch auf der Gugl, wo nun der LASK der Gegner war) wieder in die Ostliga zurück. Dabei hat sich der SC/ESV am Donnerstagabend im Vergleich zum Heimspiel stark verbessert präsentiert und aus einer soliden Abwehr heraus den ideenlos und nervös wirkenden LASK vor Probleme gestellt.

Remis war zu wenig

Als Dominik Silberbauer per Direktfreistoß in Minute 29 nur knapp 120 Sekunden nach der Heimführung von Radovan Vujanovic der Ausgleich gelang, fehlte Parndorf nur ein Treffer zur Glückseligkeit. Letztlich sollte das nötige Tor aber nicht mehr gelingen, bei einer Aktion kurz vor Schluss waren die Gäste bei einer Überzahlsituation zu wenig clever – Marjan Markic bediente nicht den freistehenden Julian Salamon, die verheißungsvolle Gelegenheit brachte nichts ein.

Auf der Gegenseite vereitelte Bartolomej Kuru die eine oder andere Kontergelegenheit der Linzer, die letztlich das Remis über die Zeit bringen konnten. Danach brachen alle Dämme, Spieler und Fans feierten gemeinsam (und friedlich) am Rasen die Rückkehr des Traditionsklubs in die Bundesliga.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Paul Hafner: „Die Leistung heute war absolut in Ordnung, wir haben aber unterm Strich im Frühjahr zu viele Punkte liegen gelassen. Heute hätten wir es uns sogar verdient, zu gewinnen. Ich habe gesagt: Wenn wir das 1:0 bekommen sollten, müssen wir zwei Minuten später den Ausgleich machen – und am Schluss gelingt uns das Siegestor. Beinahe hätte es geklappt, dann wäre ich wirklich zum Wahrsager geworden. Aber es hat eben nicht sein sollen. Trotzdem: Wir sind nach dem Hinspiel wieder zurückgekommen, auch da hat uns schon jeder abgeschrieben.“

Kapitän Roman Kummerer: „In Wahrheit sind wir im Frühjahr selbst schuld gewesen – vor allem daheim haben wir etwa gegen die Vienna oder gegen Kapfenberg völlig unnötig Punkte liegen gelassen. An der heutigen Leistung wäre es nicht gescheitert. Wir haben gut Fußball gespielt und ich hatte bis zuletzt das Gefühl, dass uns auch noch das zweite Tor gelingen kann. Leider war das eben nicht mehr der Fall.“

Patrick Baumeister: „Wir hatten vor dieser Relegation schon genug Chancen, den Klassenerhalt zu fixieren. Dass wir jetzt abgestiegen sind, kommt ja nicht von heute auf morgen. Das war ja ein schleichender Prozess. Beim Rückspiel müssen wir uns nicht viel vorwerfen.“


Im Gegensatz zu Austria Salzburg hat mit dem LASK ein anderer Traditionsclub die Rückkehr ins Fußball-Profi-Geschäft geschafft. Den Linzern reichte im Relegations-Rückspiel gegen Parndorf am Donnerstag im Stadion der Stadt Linz ein 1:1, um den Aufstieg in die Erste Liga zu fixieren. Die Burgenländer müssen nach einem Jahr in der zweithöchsten Spielklasse wieder in die Regionalliga Ost hinunter.

Die Linzer waren damit im zweiten Aufstiegs-Play-off-Anlauf erfolgreich

Hauptverantwortlich dafür war Topstürmer Radovan Vujanovic, der schon beim 1:0 im Parndorfer Heidebodenstadion am Montag in Minute 86 das Goldtor zum 1:0-Sieg erzielt hatte, und nun auch in der Retourpartie den einzigen Linzer Treffer beisteuerte. Im ersten Jahr nach der verweigerten Erste-Liga-Lizenz 2012 war 2013 noch die Red-Bull-Filiale FC Liefering in der Relegation für den LASK eine Nummer zu groß gewesen.

10.000 Zuschauer erlebten auf der Linzer Gugl keinen Fußball-Leckerbissen, die um 19.08 Uhr in Anlehnung an das Vereins-Gründungsjahr begonnene Partie war von Taktik geprägt. Beiden Teams war anzumerken, dass viel auf dem Spiel steht, die Verkrampfung war augenscheinlich. In der ersten halben Stunde gab es aber zumindest doch immer wieder Chancen. Ivan Kovacec (12.) und Ernst Öbster (20.) deuteten ihre Gefährlichkeit genauso an wie aufseiten der Gäste Martin Marosi (5.). Zudem fabrizierte der Linzer Dominik Stadelbauer beinahe ein Eigentor (8.).

Doch es fielen auch Tore

Nach einer Aktion über Öbster und Mario Buric vollendete Vujanovic aus fünf Metern zum 1:0 (27.). Die Antwort der Gäste folgt aber quasi im Gegenzug. Ein direkter flacher Freistoß-Treffer von Dominik Silberbauer (29.) ließ die Parndorfer wieder hoffen.

Bis zur Pause neutralisierten sich die beiden Mannschaften, daran änderte sich auch nach Seitenwechsel wenig. Die von Karl Daxbacher betreuten Linzer kontrollierten das Geschehen, die Parndorfer waren im Spiel nach vorne zu harmlos, hatten viele Leerläufe. Deshalb war es wenig überraschend, dass die Hausherren dem zweiten Treffer lange Zeit näher waren. Vujanovic ließ allerdings zwei Chancen (58., 62.) auf die Vorentscheidung sowie seinen Doppelpack ungenützt.

Auch "Joker" Daniel Kogler verabsäumte es, das 2:1 zu machen

So blieb es bis zuletzt spannend und beinahe wäre den Gästen noch das 2:1 geglückt: Ein Markic-Schuss von der Strafraumgrenze wurde in Minute 94 aber gerade noch abgeblockt.

Die Erste Liga kann sich über den LASK-Aufstieg freuen, wird dieser doch den Liga-Zuschauerschnitt deutlich nach oben heben. Da mit Bundesliga-Absteiger Wacker Innsbruck ein weiterer Traditionsclub nächstes Jahr in der zweiten Liga spielt, ist eine attraktive Saison zu erwarten.