Erstellt am 03. Juli 2012, 23:51

Paszek in Wimbledon von Asarenka gestoppt. Tamira Paszek hat am Dienstag in Wimbledon wie vor einem Jahr im Viertelfinale gegen Wiktoria Asarenka verloren, aber viele Sympathien gewonnen.

Die Vorarlbergerin zeigte, warum sie zuvor neun Matches in Folge ungeschlagen geblieben war und nicht weniger als drei Top-Ten-Spielerinnen in kürzester Zeit geschlagen hatte. Paszek musste sich erst nach 1:49 Stunden mit 3:6,6:7(4) der Weißrussin beugen. Paszek konnte den Center Court erhobenen Hauptes verlassen, 2011 war sie von der starken Asarenka noch mit 6:3,6:1 vom Platz gefegt worden, doch die Leistungssteigerung zwölf Monate später war gewaltig. Der erste Satz ging vom Resultat her mit 6:3 noch glatt aus, dauerte aber 45 Minuten.

Satz zwei verlief von Beginn weg noch ausgeglichener. Bis zum 4:4 ginge es mit dem Aufschlag, ehe Asarenka der Dornbirnerin das Service zu Null abnahm. Dies schien die Vorentscheidung zu sein, denn Paszek hatte ja bis zu diesem Zeitpunkt keine einzige Breakchance vorgefunden. Doch die enorme mentale Stärke und der Kampfgeist der Eastbourne-Siegerin kamen noch ein weiteres Mal zum Vorschein: Die immer wieder sowohl von der Vorhand als auch von der Rückhand mit Winnern punktende Paszek erkämpfte sich das Rebreak zum 5:5, gab neuerlich den Aufschlag ab und schaffte es dennoch noch ins Tiebreak.

In diesem führte Paszek mit 2:0 und hielt bis zum 3:3 mit, ehe sich Asarenka einen 6:3-Vorsprung und damit drei Matchbälle verschaffte. Einen Matchball wehrte die immer wieder vom Publikum angefeuerte "Mimi" noch mit einem krachenden Rückhand-Gewinnschlag ab, dann aber war es vorbei. Asarenka jubelte ausgelassen. Sie wusste, dass dieser Sieg weit mehr wert war, als noch jener vor einem Jahr.

"Die Spiele waren wirklich knapp. Wir haben beide im zweiten Satz das Service gut gehalten. Es gab viele Rallyes von der Grundlinie, es war schwer für mich", lobte Asarenka die jüngste Viertelfinalistin des diesjährigen Turniers. Asarenka fehlt nun nur noch ein Sieg, um wieder die Nummer-1-Position zu erklimmen. Sie muss dazu allerdings am Donnerstag auch die vierfache Wimbledonsiegerin Serena Williams bezwingen.

Paszek kann sich mit einem Preisgeld in Höhe von 145.000 Pfund (180.629 Euro) sowie 500 WTA-Punkten trösten. Sie wird laut WTA-Prognosen in den Top 40 bleiben und ab Montag auf Platz 36 aufscheinen. Ihr bisher bestes Ranking verpasst sie damit vorerst um eine Position. Und Wimbledon 2012 ist für sie noch nicht vorbei: Sie steht mit Julian Knowle im Mixed-Achtelfinale.

"Ich kann nicht einmal sagen, dass ich schlecht gespielt oder serviert habe. Ich habe alles riskieren müssen und war sehr happy wie ich gespielt habe", sagte Paszek. "Gegen so eine Spielerin bekommt man halt relativ wenig Chancen, und es wird natürlich auch zum Druck, wenn dann einmal ein oder zwei Chancen da sind."

Grundsätzlich habe sie in beiden Sätzen super gekämpft, dann aber bei 5:5 und 40:15 zwei Bälle zur 6:5-Führung bei eigenem Aufschlag vergeben. "Da habe ich dann drei Rückhandschläge, die ich normalerweise im Schlaf spielen würde, nicht hineingespielt. Es hat nicht sein sollen", erklärte die 21-Jährige.