Erstellt am 24. Februar 2016, 06:19

von Bernhard Fenz

Pfiffiges Remis mit Potenzial für mehr. Die Mattersburger Präsentation beim 2:2 gegen die Austria lässt auch für das nächste Heimspiel einiges erwarten.

Belohnung in Minute 89: Nach einem Jano-Freistoß verpasste Austrias Lukas Rotpuller den Ball, Vitaljis Maksimenko legte per Kopf quer in die Mitte, wo Thorsten Mahrer verwertete. In numerischer Unterzahl gelang dem SV Mattersburg der 2:2-Ausgleich bei der Austria. Foto: Ivansich  |  NOEN, Ivansich

Austria gegen Mattersburg, da war nicht nur einiges los, sondern auch einiges anders als normal – ein Rückblick auf ein 2:2 (

und weiter unten) der etwas anderen Sorte.

  • Lange Zeit ließen die Gastgeber ihre qualitativen Vorteile vermissen. Thorsten Fink, der Trainer der Violetten, stellte in der Analyse zwar klar, dass Mattersburg nicht irgendwer sei. Zu oft spielte violett an diesem Samstagnachmittag aber einfach nur irgendwas (inklusive fehlender Kaltschnäuzigkeit bei den Chancen nach der Pause in numerischer Überzahl) – und das lag nicht nur am engagierten Gegner.

  • Einige Aktionen wurden von Referee Dominik Ouschan, sagen wir einmal, atypisch bewertet. SVM-Trainer Ivo Vastic meinte nach dem Schlusspfiff sogar: „Der Schiedsrichter hat das Spiel mit merkwürdigen Entscheidungen in eine andere Richtung gelenkt.“ Attacken von Christoph Martschinko gegen Thorsten Röcher vor sowie Alexander Grünwald gegen Patrick Farkas nach der Pause zogen Gelb nach sich. Ein spektakulärer Fallrückzieher-Treffer von Markus Pink wurde wegen gefährlichen Spiels aberkannt. Die BVZ fragte bei Burgenlands Schiedsrichter-Obmann Günter Benkö nach. Der Ex-Internationale sagte: „Der Treffer von Pink war aus meiner Sicht regeltechnisch korrekt, da war niemand gefährdet. Bei der Attacke von Martschinko gegen Röcher hat der gestreckte Fuß mit der aufgestellten Sohle nichts in Gesichtshöhe verloren. Das Foul von Grünwald gegen Farkas war gestrecktes Bein gegen den Knöchel – in beiden Fällen wäre korrekterweise Rot die Konsequenz gewesen.“

  • Patrick Farkas etwa sagte: „In der Situation bin ich davon ausgegangen, dass das ein Rot-Foul war. Grünwald hat mich mit dem gestreckten Fuß und den Stollen voraus am Knöchel getroffen. Aber es ist natürlich alles sehr schnell gegangen.“ Wenigstens blieb die heftige Attacke für den SVM-Kapitän, der nach dem Spiel in Altach auch diesmal nur als Joker eingesetzt wurde, ohne Folgen: „Gleich danach war ein großer Schmerz da, der hat sich aber rasch gelegt. Von daher habe ich dann trotzdem Glück gehabt.

  • Atypisch war auch, dass sich Routinier Nedeljko Malic kurz vor der Pause zu einem unnötigen Tackling an Larry Kayode hinreißen ließ. Der SVM-Verteidiger sah Gelb-Rot, die Austria erhielt einen Elfer. Malic: „In der Aktion habe ich gedacht, dass sich das Tackling sauber ausgehen könnte – leider ein großer Fehler, das war sehr ungeschickt von mir.“ Nachsatz: „Ein dickes Lob an die Mannschaft, die sich nicht aufgegeben hat.“

Interpretationsspielraum lässt nach wie vor der genaue Ort des folgenreichen Foulvergehens zu – ein Indiz, wie knapp und schwer die Sache zu bewerten war. Malic: „Die Attacke war knapp außerhalb des Strafraums – Freistoß.“ Benkö: „Aus meiner Sicht war das Foul auf der Linie, und die gehört dazu – Elfer.“

Gegen den WAC erster Heimsieg seit 24.10.?

Sei‘s drum. Lob kam von Chefcoach Ivo Vastic angesichts der Tatsache, dass seine Mannschaft nicht nachgelassen und sich so auch den Punkt redlich verdient habe. Das erfolgreiche jüngste Auswärtsdoppel in Altach (2:1) und bei der Austria (2:2) gibt somit Zuversicht für das kommende Heimspiel. Am Samstag (18.30 Uhr) will der WAC Punkte aus dem Pappelstadion entführen.

Vastic: „Ich erwarte einen defensiv kompakten Gegner, der – wie schon zu Frühjahrsbeginn gegen Rapid – auf seine Chancen lauert.“ Gegen die Kärntner soll nun auch der erste Heimsieg seit 24. Oktober eingefahren werden, damals gelang ein 2:1 gegen Altach. Fix fehlen wird Malic, der seine Sperre absitzt.

Hier der BVZ.at-Spielbericht vom Wochenende: