Erstellt am 21. Februar 2012, 19:17

Pinturault und Mancuso gewannen in Moskau. Der Franzose Alexis Pinturault und die US-Amerikanerin Julia Mancuso haben sich am Dienstag beim Weltcup-Parallel-Bewerb der Alpin-Skifahrer in Moskau durchgesetzt.

inturault besiegte im Finale den Deutschen Felix Neureuther und feierte den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere. Bester Österreicher im Herren-Bewerb war Romed Baumann als Vierter.

Bei den Damen stieß die Salzburgerin Michaela Kirchgasser bis in den Endlauf vor, dort musste sie sich Mancuso, die zum siebenten Mal einen Weltcup-Bewerb gewann, geschlagen geben. Für Pinturault und Mancuso gab es jeweils 40.000 Schweizer Franken (33.132 Euro) Preisgeld.

Der Salzburger Marcel Hirscher scheiterte auf der 56 Meter hohen Stahlkonstruktion in der russischen Hauptstadt im Viertelfinale am späteren Sieger Pinturault. Der 22-Jährige fuhr aber für den fünften Endrang 30 Punkte ein und übernahm damit Platz eins im Gesamt-Weltcup. Hirscher führt nun mit 1.055 Punkten vor dem dem verletzten Kroaten Ivica Kostelic (1.043) und dem Schweizer Beat Feuz (1.003), der ebenfalls im Viertelfinale ausschied.

"Ich habe mich ein bisschen reingelegt, und so schnell war es auch schon vorbei", meinte Hirscher zu seinem entscheidenden Fehler in den Duellen mit Pinturault. Wirklich wohl gefühlt hat sich Hirscher beim City-Spektakel, bei dem der Zuschauerzuspruch allerdings nicht sehr groß war, allerdings nicht: "Ich bin mir nicht sehr schnell vorgekommen."

Im November 2009 hatte Hirscher in Moskau einen reinen Promotion-Bewerb ohne Weltcup-Status gewonnen. "Damals war es aber ein normaler Slalom, das liegt mir sicher besser. Diesmal war es ein Riesentorlauf mit einem Torabstand wie im Slalom. Das ist etwas sehr spezielles. Da weiß man überhaupt nicht, wer schnell und wer langsam ist", sagte Hirscher.

Von der Idee der City-Events ist Hirscher wie der überwiegende Teil seiner Kollegen und Kolleginnen angetan. "Uns Athleten taugt es. Wenn es den Zuschauern auch taugt, dann sollte man es beibehalten", so Hirscher, der seinen Start in den beiden Super-G-Bewerben am Freitag und Samstag in Crans Montana weiter offen ließ: "Schauen wir einmal, ich weiß es noch nicht."

Baumann war selbst überrascht, dass er in Moskau bester Österreicher war. Vor allem, weil er sich in Bansko einen riesigen blauen Fleck auf dem Schienbein zugezogen hat und Moskau beinahe auslassen wollte. "Aber zum Glück bin ich gestartet. Ich habe mich richtig wohl gefühlt, es war es geiles Rennen. Danke an meine Physios", freute sich der Tiroler.

Beste ÖSV-Dame war Kirchgasser. "Mir taugt das Duell Frau gegen Frau. Ich finde dieses Format ganz lässig. Ich habe die Starts recht gut erwischt und immer gut den Rhythmus gefunden. Jetzt stehe ich auf dem Stockerl, das ist super", berichtete die Salzburgerin. Teamkollegin Marlies Schild schied im Viertelfinale aus, hat den Moskau-Abstecher aber keinesfalls bereut: "Es hat viel Spaß gemacht, so etwas können wir ruhig öfter machen. Aber normale Bewerbe ersetzt das natürlich nicht."

Kostelic bewies mit seinem Nicht-Antreten in Russland sein Streben nach Fair-Play. Denn der Kroate hätte sich nur an den Start stellen müssen, um als Achtelfinal-Verlierer 15 Punkte einzustreifen. Doch Kostelic verzichtete, davor zog auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel den Hut: "Das war sportlich sehr fair. Kostelic ist ein fairer Bursche, das muss man ihm zugutehalten. Sonst wäre das eher eine Farce gewesen."

Laut der kroatischen Zeitung "Vecernji list" schreitet die Genesung von Kostelic gut voran, sein Comeback in Kranjska Gora (10. und 11. März) scheint so gut wie sicher. Sei Befinden sei viel besser als bei einer ähnlichen Verletzung vor zwei Jahren, sagte sein Arzt gegenüber dem Blatt. Den Umständen entsprechend gehe es Ivica ausgezeichnet. Kostelic sei sogar schon wieder auf Skiern gestanden und habe leichte Fahrversuche auf Schnee unternommen.