Erstellt am 31. Januar 2015, 06:34

von Bernhard Fenz

Rakowitz zurück auf der Überholspur. Der Pinkafelder war im Sommer als Bundesliga-Profi arbeitslos. Nun spielt er in Ritzing, will wieder nach oben und bastelt parallel dazu schon an seiner Karriere danach.

Interessanter Werdegang: Der Pinkafelder Stefan Rakowitz, er kam von Erstligist Hartberg, war von 2012 bis 2014 bei Bundesligist Wiener Neustadt - im Sommer suchte er nach einem Verein und hielt sich beim VdF-Trainingslager unter der Leitung von Paul Gludovatz fit, dann kam der Wechsel in die Ostliga zu Ritzing. Nun folgte die Aufnahme zum Bundesliga-Sportmanagement-Lehrgang (Foto. neben Vorstand Christian Ebenbauer). Foto: Fenz  |  NOEN, Fenz
Dass es im Leben öfter anders kommt, als man denkt, ist ein Teil der Realität. Stefan Rakowitz erlebte genau diesen Teil im Sommer 2014.

Bei Bundesligist Wiener Neustadt, wo er 2012/2013 eine starke Saison spielte und dann nach einer Verletzung nicht mehr ausreichend berücksichtigt wurde, sah der Südburgenländer „keine Zukunft mehr“. Also kümmerte sich „Rako“ um eine Alternative – und blieb sportlich irgendwie auf der Strecke.

Zu alt für die meisten: „Der Markt hat sich gewandelt“

x  |  NOEN, Fenz
„Mit Ried war ich sehr eng, durch den Trainerwechsel (Anm.: Oliver Glasner folgte Michael Angerschmid) zerschlug sich der Transfer dann aber“, so Rakowitz. Was folgte, war eine Zeit der Ungewissheit.

„Da ist nichts weitergegangen, ich war total angespannt – das nagt. Der Markt hat sich gewandelt, die meisten Klubs wollen nur ganz junge Spieler.“ Gerade 24 Jahre hat Rakowitz auf der Haben-Seite stehen – alt ist was anderes, aber für die junge Welle der Anfang-Zwanziger-Kicker reichte es eben scheinbar nicht mehr.

Zufriedenes Fazit des Plan B in der Ostliga

Wie gerufen kam da das von der Vereinigung der Fußballer (VdF) erstmals ausgetragene Sommer-Trainingslager für vertragslose Profis im VIVA Steinbrunn. Hier hielt sich Rakowitz fit, um schließlich kurz vor Ende der (Amateur-)Transferzeit Mitte Juli zum SC Ritzing ins Mittelburgenland zu wechseln.

Klingt nach Abstieg. Rakowitz stellt jedoch nach dem ersten halben Jahr beim Tabellenführer der Ostliga klar: „Das war ja auch tatsächlich mein Plan B – entweder in der Bundesliga bleiben, oder sonst eher in die Regionalliga zu einer aufstiegswilligen und spielstarken Mannschaft gehen.“

Das bisherige Fazit des umgesetzten B-Plans: „Ich bin total zufrieden. Sportlich ist das eine super Truppe, die aufsteigen will, wir spielen dazu einen guten Fußball und ich habe viel Praxis sammeln können. Außerdem bin ich endlich wieder einmal in einer Mannschaft tätig, die um den Titel mitspielt.“

Fußball, Studium und Management-Lehrgang

Ganz nebenbei ist für den Fußballer auch weiter das Basteln am zweiten Standbein möglich. Rakowitz’ Lehramtsstudium (Sport und Geschichte) läuft, zudem bewarb er sich für einen Ausbildungsplatz beim zehnten Lehrgang (unter anderem ist auch Mattersburgs Sportlicher Leiter Franz Lederer dabei) der Bundesliga-Sportmanagement-Akademie.

Die Kooperation zwischen der VdF und der Bundesliga half hier – Rakowitz wurde für den freien Platz nominiert und hat Anfang Jänner mit Finanz- und Rechnungswesen das erste von sieben Modulen absolviert. „Für später ist das eine gute Geschichte, wenn man im sportlichen Bereich weiter tätig sein will. Man erhält gute Einblicke in das Ganze.“

Längst passt das Paket von Stefan Rakowitz (der sich in der Winterpause einer Knöchel-Operation unterzog und mittlerweile wieder fit ist) also. In diesem Zusammenhang hören sich die Zukunftspläne auch durchaus entspannt an: „Natürlich habe ich Ziele. Es war schon immer mein Traum, irgendwann einmal im Ausland spielen zu können, aber letztlich muss ich dann schauen, was das Beste für mich ist.“

Da hat das vermeintliche Provisorium nach der sportlichen Flaute im Sommer längst gar keine schlechten Karten. „Die aktuelle Kombination ist vom sportlichen Aspekt und von der Ausbildung her einfach toll.“