Erstellt am 17. April 2013, 19:31

Rapid ersetzte Trainer Schöttel durch Barisic. Die sportliche Talfahrt des SK Rapid hat erste personelle Konsequenzen gefordert. Österreichs Fußball-Rekordmeister hat Cheftrainer Peter Schöttel am Mittwoch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Nachfolger ist der bisherige Rapid-Amateure-Trainer Zoran Barisic.

Mit Schöttel muss auch dessen Assistent Dritan Baholli gehen. Aus dem bisherigen Trainerteam bleiben Thomas Hickersberger und Tormanntrainer Raimund Hedl. Neuer Co-Trainer ist der frühere Stürmerstar Carsten Jancker, zuletzt als Nachwuchschef tätig. Dazu steht Alexander Steinbichler zur Verfügung, der bereits bei den Amateuren als Athletiktrainer mit Barisic gearbeitet hatte.

Rapids Vereinsführung bezeichnete die Trennung von Schöttel als unumgänglich. "Es war kein leicht zu setzender Schritt", sagte Präsident Rudolf Edlinger im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Sportdirektor Helmut Schulte bezeichnete die Tendenz der vergangenen Wochen als "erschreckend".

Bei aller Enttäuschung hatte Schöttel Verständnis für seine Beurlaubung. "Dieser Schritt der Vereinsführung ist nicht überraschend und durchaus nachvollziehbar, wenn man das Geschäft kennt", meinte der 46-Jährige nach der alarmierenden Talfahrt im Frühjahr. "Die Ergebnisse waren nicht so, wie es jeder von diesem Verein erwartet. Ich habe gespürt, dass meine Position von Runde zu Runde geschwächt wurde."

Der negative Höhepunkt war dann die Cup-Blamage. "Diese Leistung und diese Lethargie werden mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Ich war schockiert", erinnerte sich Schöttel mit Schaudern an den Dienstagabend. "Im eigenen Stadion von einem Drittligisten so vorgeführt zu werden, das hat richtig wehgetan." Von seinen Kickern verraten fühlte sich Schöttel aber nicht. "Ich gehe davon aus, dass jeder sein Bestes geben wollte."

Schöttel vergaß auch nicht, einen Appell an die zuletzt vor allem protestierenden Fans zu richten: "Jetzt, wo der böse Trainer weg ist, sollte man sich wieder über Rapid-Tore freuen und die Mannschaft in diesen schwierigen Zeiten unterstützen. Denn die größten Erfolge bei Rapid hat's immer dann gegeben, wenn alle zusammengehalten haben."

Barisic und Jancker nicht als "Not- oder Billiglösung"

Dass Rapids Rekordkicker (436 Bundesliga-Spiele) noch einmal in offizieller Mission bei den Grün-Weißen arbeiten wird, schloss Schöttel aus. "Ich denke, das war meine letzte Station bei Rapid, denn ich habe nicht das Ziel, Präsident zu werden."

Die Installierung von Barisic und Carsten Jancker als neues Trainerteam von Rapid sei keinesfalls als Not- oder Billig-Lösung zu verstehen, betonten Edlinger und Schulte. "Wir streben mit diesem Duo eine längere Zusammenarbeit an", erklärte Schulte. "Das ist eine Entscheidung, von der wir vollauf überzeugt sind", meinte Edlinger.

Barisic, der 2011 für wenige Wochen Interimstrainer Rapids war, und Jancker wollten bei ihrem Amtsantritt keine großen Reden schwingen und stattdessen den Fokus voll auf die Arbeit richten. "Der Ist-Zustand ist nicht rosig", weiß Barisic. "Wir werden die Ärmel hochkrempeln und alles tun, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bekommen. Wir werden alles Menschenmögliche unternehmen, um mit Ausdauer und harter Arbeit das Vertrauen zu rechtfertigen", sagte der 42-Jährige.

Von Jancker gab's schon jetzt großes Lob für seinen "Chef": "Der Zoki ist als Trainer nicht aufzuhalten. Er hat in den vergangenen Jahren große Sprünge gemacht, wir können ihm vertrauen."

Der erste Einsatz des Duos könnte kaum brisanter sein, am Sonntag muss Rapid zum Derby in Austrias Generali-Arena. "Je schwerer die Aufgabe, umso reizvoller ist sie. Es geht mit einem Knaller los und wir freuen uns darauf", erklärte Barisic.

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