Erstellt am 29. Oktober 2012, 10:27

Rapid feiert "Sieg der Leidenschaft". Nach den Tiefschlägen der vergangenen Tage ist Rapid gegen Red Bull Salzburg der erhoffte Befreiungsschlag gelungen.

Der 2:0-Heimsieg über den Doublegewinner am Sonntag bedeutete nicht nur eine Reduzierung des Rückstandes auf die Tabellenspitze, sondern auch Balsam auf die zuletzt geschundene Seele. "Für mich ist das der wertvollste Sieg, seit ich Rapid-Trainer bin", jubelte Peter Schöttel. "Es war ein Sieg der Leidenschaft, und natürlich ist auch das Glück wieder zurückgekehrt." Dass Fortuna den Rapidlern wohlgesonnen war, stellte Schöttel nicht in Abrede. "Wir hatten einen günstigen Spielverlauf", gab der Coach zu. Während die Salzburger viele hochkarätige Chancen ausließen, präsentierte sich der Rekordmeister effizienter - auch dank Steffen Hofmann. Der Deutsche, bei seinem Comeback nach einer Augenverletzung mit Spezialbrille im Einsatz, zirkelte einen Freistoß zum 1:0 ins Kreuzeck.

"Für uns ist es immer wichtig, wenn er auf dem Platz steht, selbst wenn er nicht hundertprozentig fit ist. Wir spielen mit ihm anders, weil er der ist, dem man die Verantwortung überträgt, wenn es schlecht läuft", sagte Schöttel. Hofmann freute sich über seine gelungene Rückkehr, die aber bereits kurz vor der Pause beendet war. "Ich war schon müde, außerdem hat der Oberschenkel zugemacht", erzählte der Deutsche.

Salzburg-Trainer Roger Schmidt führte die Niederlage nicht auf den Schiedsrichter, sondern auf die eigene Abschlussschwäche zurück. "Aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat guten Fußball gezeigt", betonte Schmidt. Trost bekam der Salzburg-Betreuer von seinem Rapid-Kollegen. "Die Salzburger haben eine tolle Mannschaft, sie spielen tollen Fußball und werden im Mai zu 90 Prozent Meister sein", prophezeite Schöttel.

Aufgrund dieses Drucks fühlt sich Schöttel auf seinem Trainersessel offenbar nicht wirklich sicher. "Ich kann mich gut erinnern, dass im Herbst 2011 die Trainer von drei Europa-League-Teilnehmern wackelten (Anm.: Ricardo Moniz, Karl Daxbacher, Franco Foda), und das, obwohl sie erfahrenere Mannschaften hatten als wir. In unserer Entwicklung ist die Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase wahrscheinlich zu früh gekommen."