Erstellt am 16. Juli 2011, 08:56

Rapid kostet "Geisterspiel" 150.000 Euro. Das "Geisterspiel" gegen Aufsteiger FC Admira am Samstag (18.30 Uhr) zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison kostet Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid viel Geld.

"Uns entgehen an die 150.000 Euro, wobei die Einnahmen des Kartenverkaufs und aus dem Fan-Shop enthalten sind", sagte der grünweiße Manager Werner Kuhn am Freitag.

Nicht zu vergessen ist auch noch die 50.000-Euro-Geldstrafe, die die Liga-Richter neben diesem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach dem Platzsturm während des Wiener Derbys am 22. Mai gegen Austria in Hütteldorf verhängt hat. Und gewinnen die Rapidler nicht, dann kommen noch zwei Punkte dazu.

Andererseits wäre ein Zähler schon ein Erfolg, hat der Rekordmeister in den vergangenen sechs Jahren sein Auftaktspiel (immer in der Fremde) doch stets verloren, zuletzt 0:4 in Innsbruck vor einem Jahr gegen den Aufsteiger Wacker. "Wir haben einen nicht so großen Druck wie sie", glaubt der 40-jährige Admira-Coach Didi Kühbauer.

Der Kumpel des neuen Rapid-Feldherrn Peter Schöttel glaubt, dass das "Geisterspiel" weder ein Vor- noch ein Nachteil für die Gäste ist. "Ich hätte das erste Spiel gegen Rapid lieber in der Südstadt gehabt und wenn schon im Hanappi, dann vor vollem Haus gespielt", sagte Kühbauer. Mit oder ohne Besucher, Rapid habe Spieler mit Qualität, die man nicht ins Spiel kommen lassen dürfe.

Ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird die Partie freilich auch nicht über die Bühne gehen. Neben einer limitierten Anzahl an Medien-Vertretern dürfen je 75 Anhänger beider Vereine ins Stadion. Die Admira lässt ihr Kontingent Partnern und Funktionären zukommen. "Unsere Karten bekommen Kinder mit körperlichen, sozialen oder emotionalen Benachteiligungen vom Kinderdorf Clara Fey", erklärte Rapids Club-Service-Leiter Andy Marek.

Trotz der Meinungsverschiedenheiten mit verschiedenen Fangruppen wegen des nach dem Platzsturm erstellten Maßnahmenkatalogs hatte er vor dem Saisonstart Erfreuliches zu berichten. Der Verein hatte bis Freitag 10.087 der insgesamt 10.600 Saisonabonnements bereits verkauft, das Interesse an den Hütteldorfern ist damit so groß wie in der Vergangenheit.

Marek und Kuhn präsentierten am Freitag mit Kumho Tyres einen neuen Partner, der in den kommenden drei Jahren 250.000 Euro bereitstellt. Der südkoreanische Reifenkonzern mit weltweit über 11.000 Mitarbeitern, der u.a. die Formel 3 ausstattet, zählt in seinem Segment zu den Top-10-Weltmarken und arbeitet mit Manchester United sowie dem Hamburger SV zusammen. "Was diese Vereine in ihren Ländern sind, ist Rapid in Österreich", sagte Österreich-Vertriebsleiter Helmut Wieser im Beisein des Kumho-Europa-Managers Chang-Joong Chunk.