Erstellt am 01. April 2011, 11:19

Rapid-Sportdirektor Hörtnagl trat zurück. Wie der Verein am Vormittag mitteilte, hat Alfred Hörtnagl sein Amt als Sportdirektor zur Verfügung gestellt, die Agenden des Tirolers wird interimistisch Teammanager Stefan Ebner übernehmen.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Alfred Hörtnagl muss sich Fußball-Rekordmeister Rapid auf die Suche nach einem neuen Sportdirektor machen. Der Verein gab die Trennung vom Tiroler, der im Dezember 2006 als Nachfolger Peter Schöttels inauguriert worden war, zwar am Freitag bekannt, wusste aber bereits seit mehreren Wochen von den Plänen des 44-Jährigen. Wie Clubpräsident Rudolf Edlinger am Freitag in einer Pressekonferenz darlegte, hätten "persönliche Gründe" von Hörtnagl zu diesem Schritt geführt.

"Ich wusste bereits seit rund einem Monat von Hörtnagls Entschluss, habe seine persönlichen Gründe aber nicht zu kommentieren", sagte Edlinger. "Ich habe ihn sehr geschätzt und bedaure die Entscheidung sehr", meinte Edlinger weiter. "Das Präsidium wäre von sich aus jedenfalls aus nicht in diese Richtung tätig geworden. Wir haben keinen Handlungsbedarf gesehen." Ein Nachfolger wird bereits gesucht und soll "so schnell wie möglich" präsentiert werden.

Hörtnagl selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einer Vereinsaussendung ließ er aber Folgendes wissen: "Ich sehe meinen Auftrag bei Rapid als erfüllt an. Es war mein Ziel, die Philosophie der Ausbildung und Entwicklung im Programm 'Pro Rapid' mit einer ganzheitlichen Entwicklung von Nachwuchsspielern bis zum Profi durch eine Strukturanpassung umzusetzen." Das ist laut Edlinger gelungen. "Er hat den Grundstein für eine koordinierte Nachwuchsarbeit gelegt, der Einbau junger Spieler ist in vielen Fällen gelungen."

Immer wieder waren in der Vergangenheit Differenzen zwischen Hörtnagl und Trainer Peter Pacult kolportiert worden. "Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen sind gut, wenn das Ergebnis stimmt. Und die Arbeit von Hörtnagl und Pacult war hervorragend", betonte Edlinger. Pacult selbst ließ sich zum Ende der Ära Hörtnagl nichts entlocken. "Dazu brauche ich nichts zu sagen."

Dass die Bekanntgabe seines Abgangs just am Tag vor dem wichtigen Spiel bei Sturm Graz erfolge, liege an den Modalitäten des Dienstverhältnisses. "Er kann nur am Ende jedes Viertels kündigen", so Edlinger. Dienstrechtlich gesehen wird Hörtnagl mit 30. Juni den Verein verlassen und könnte dann einen neuen Job annehmen.

Der Posten des Sportdirektors werde in jedem Fall wieder besetzt, bekräftigte Edlinger. "Die Struktur hat sich ja bewährt." Die Rolle der Harmonie zwischen dem Neuen und dem Coach wollte Edlinger nicht überbewertet wissen. "Wir werden niemanden verpflichten, der mit den Trainer verheiratet ist." Das Anforderungsprofil sei jedenfalls klar: "Er muss eine anerkannte Rapid-Vergangenheit haben, die Aura des Clubs kennen. Er muss ein anerkannter Fachmann sein, der sich weiterentwickelt hat. Und er muss den Markt kennen und wirtschaftliche Zusammenhänge bewerten können."

"Ich habe schon einige im Auge", sagte Edlinger, der interimistisch auf den langjährigen Teammanager Stefan Ebner setzt: "Er kennt sich ausgezeichnet aus, wir werden in dieser wichtigen Phase in kein schwarzes Loch fallen."