Erstellt am 24. Oktober 2012, 14:48

Rapid will gegen Leverkusen erstmals anschreiben. Rapid geht mit einer "Jetzt-erst-recht-Stimmung" ins Europa-League-Duell mit Bayer Leverkusen. Die mit zwei Niederlagen in die Gruppenphase gestarteten Hütteldorfer wollen sich am Donnerstag (19.00 Uhr) im Happel-Stadion gegen den deutschen Spitzenclub für die 0:2-Ohrfeige am Sonntag im Wiener Fußball-Derby gegen die Austria rehabilitieren und die Hoffnung auf den Aufstieg am Leben erhalten.

Eine Endplatzierung unter den Top-2 der Gruppe K ist aber laut Trainer Peter Schöttel zumindest vorerst zweitrangig. "Ich sehe dieses Match nicht als letzte Chance, die Gruppe zu überstehen, sondern dass die Mannschaft ein ganz anderes Gesicht als gegen die Austria zeigt", betonte der Wiener und bezeichnete den Auftritt beim Stadtrivalen als wohl schlechtestes Rapid-Spiel in seiner eineinhalbjährigen Amtszeit. "Wir können dieses Match nicht mehr gutmachen, aber wir wollen uns gegen Leverkusen von einer anderen Seite präsentieren."

Deswegen wird Schöttel gegen die Deutschen einige Umstellungen vornehmen - allerdings verriet der Coach lediglich, dass Markus Heikkinen fix in die Anfangsformation zurückkehren wird. Nicht zur Verfügung stehen Kapitän Steffen Hofmann wegen seiner Augenverletzung sowie der gesperrte Guido Burgstaller, der in Charkiw wegen eines Frustfouls ausgeschlossen wurde. "Dafür bin ich ihm noch immer böse, er wäre gerade gegen Leverkusen sehr wichtig gewesen", meinte Schöttel.

Der Fünfte der deutschen Bundesliga, der in Pool K bei vier Punkten hält, ist für den Rapid-Trainer gemeinsam mit Metalist Charkiw der große Gruppenfavorit. "Dennoch haben wir unsere Möglichkeiten. Wir stehen nach zwei Spielen ohne Punkt da, jetzt wollen wir unbedingt anschreiben."

Damit dies gelingt, holte Schöttel Tipps von Andreas Ivanschitz ein. Der Burgenländer erreichte mit Mainz am Samstag in Leverkusen ein 2:2. "Er hat im Großen und Ganzen unseren Wissensstand bestätigt, aber uns auch darauf hingewiesen, was Mainz gegen Leverkusen unternommen hat. Hoffentlich wird uns das nützen."

Die Bayer-Werkself spielt laut Schöttel ein "interessantes System" mit extrem offensiven Außenverteidigern, drei zentralen Mittelfeldspielern und zwei "Zehnern". Vorsicht sei vor allem bei den schnell vorgetragenen Angriffen und bei Standards geboten, so der 45-Jährige. In Ehrfurcht werde man vor dem Gegner aber nicht erstarren, versprach Schöttel. "In erster Linie wird es an uns liegen, von Beginn an die Zuschauer ins Boot zu holen", erklärte Rapids Rekordspieler, der sich auf ein nahezu ausverkauftes Haus freuen darf.

Bis Mittwochmittag waren 42.600 Tickets abgesetzt, aufgrund einer speziellen Aktion werden laut Clubserviceleiter Andreas Marek 8.000 bis 9.000 Kinder im Stadion Platz nehmen. Aus Deutschland wurden 2.000 der 2.700 angeforderten Karten retourniert, dieses Kontingent kann allerdings nicht mehr verkauft werden. Für das Salzburg-Heimspiel am Sonntag im Hanappi-Stadion wurden bisher 16.600 Tickets an den Mann gebracht, knapp 1.000 Karten sind noch zu haben.