Erstellt am 20. Dezember 2012, 14:27

Rapids neuer Sportdirektor will sich Bild machen. Mit der Bestellung des ehemaligen St. Pauli-Sportdirektors Helmut Schulte zum neuen Sportdirektor hat Rapid am Mittwoch eine "Baustelle" geschlossen.

Bei der Präsentation des Deutschen lobte Präsident Rudolf Edlinger sowohl "Bestimmheit" als auch Konzept des 55-Jährigen und war sich sicher: "Er ist eine gute Wahl".

Schulte selbst, der mit einem Einjahresvertrag, "der automatisch in ein unbefristetes Verhältnis übergeht" (Edlinger) ausgestattet ist, stellte seiner Amtszeit eine markige Ansage voran: "Ein Anspruchsdenken wie Bayern, Tradition und Leidenschaft wie Schalke 04, dabei ein Etat wie St. Pauli."

Vorerst - und also auch bei allfälligen Wintertransfers will sich Schulte noch im Hintergrund halten. "Ich werde jetzt einmal zuschauen und zuhören und dann Entscheidungen treffen. Ich kann jetzt aber nicht sagen, was wir in der nächsten Zeit tun werden", betonte der zweifache Familienvater, der bisher drei Rapid-Partien sah. Das erste Fazit: "Ich traue mir keine Einschätzung zu. Ich habe eine gute, junge, talentierte Mannschaft gesehen." Ganz allgemein sei er jedenfalls "kein Freund vieler Transfers, sondern von Kontinuität. Wenn man Misserfolg haben will, muss man nur oft genug das Personal wechseln."

Edlinger betonte, dass man es sich bei der Suche "nicht leicht gemacht" habe. Nach zwölf Gesprächen und mehreren Hearings sei die Entscheidung gefallen. "Er weiß, wovon er spricht", beteuerte Edlinger. "Er will Kontinuität von der U6 bis zur Kampfmannschaft. Und er meinte, dass er sich als der erste und wesentliche Unterstützer des Trainers sieht. Seine Devise: Nur ein starker Trainer kann gute Arbeit leisten."

Coach Peter Schöttel, der in die Entscheidung nicht eingebunden war, dürfte das mit Freuden vernommen haben. Am Donnerstag stand der 45-Jährige nur im Schatten - und genoss es. "Was den sportlichen Bereich betrifft war es schon sehr auf eine einzelne Person fokussiert - gerade als es nicht so gut gelaufen ist", sagte Schöttel, der nun mit einem Mann zusammenarbeiten muss, der von sich behauptet: "Ich bin nicht dogmatisch, der Dialog ist mir wichtig. Und ich werde mich nicht in die Trainerarbeit einmischen."