Erstellt am 25. Juli 2011, 13:55

Rassismus-Diskussionen nach Bundesliga-Westderby. Die Salzburger Bullen haben am Sonntag das Westderby in Innsbruck gegen den FC Wacker durch das insgesamt zwölfte Liga-Tor von Alan (50./Elfmeter) gewonnen und damit so wie Rapid das Maximum von sechs Punkten aus den zwei ersten Runden der Fußball-Bundesliga geholt.

Nach dem knappen 1:0-Sieg des Titelfavoriten schwappten auf dem Rasen und auch noch später im Tivoli-Kabinengang die Emotionen hoch.

Die Nerven lagen wegen angeblicher Rassismus-Vorwürfe gegen "Bullen"-Akteure blank, die Trainer, Walter Kogler von den Hausherren und Ricardo Moniz, versuchten zu kalmieren. In den Katakomben flogen während des Abgangs fast die Fäuste: Im Mittelpunkt der Salzburger Attacken stand Tirols Verteidiger Georg Harding. Dieser habe während des Spiels Salzburgs Brasilianer Leonardo als "Neger" bezeichnet. "Racism, Racism", schallte es immer wieder aus dem Salzburger Lager.

Salzburgs farbiger Torhüter Eddie Gustafsson, der im Finish einen Elfer von Perstaller abgewehrt hatte und damit vom ominösen Punkt in der Liga in fünf Versuchen noch nie bezwungen wurde, sagte im ORF-Interview: "Harding hat zu 'Leo' Neger gesagt. Das hat im Fußball nichts zu suchen. Denn wir sind Vorbilder für die Jugend."

Der angesprochene Verteidiger wollte dies jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Es sei alles erstunken und erlogen, beteuerte Harding. Der spanische Wacker-Regisseur Merino sagte nur: "Was auf dem Platz passiert, das bleibt auf dem Platz. Das geht niemanden etwas an."

Ob die rassistischen Äußerungen ein Nachspiel haben werden, hängt von den Gästen ab. Laut Bundesliga-Auskunft müssten sie den Vorfall melden, um aktiv zu werden. Tätig sind die Regelhüter nach der Tätlichkeit von Sekagya geworden, der Bea im Finish einen Schlag in die Bauchgegend verpasst hatte. Der Senat 3 prüft derzeit, ob der Salzburg-Legionär angezeigt wird.