Erstellt am 18. Juli 2011, 17:28

Reform am Materialsektor - Rennski ab 2012 länger. Seit mehreren Jahren versucht der Internationale Skiverband (FIS), der vielen Verletzungen im Alpin-Rennsport Herr zu werden. Die Weltcup-Rennski werden nun ab der Saison 2012/2013 länger, schmäler und weniger stark tailliert. Nicht unbedingt zur Freude der Industrie, die teilweise vor allem die radikalen Änderungen im Riesentorlauf kritisiert.

Nachdem seit 2005 laufende Langzeit-Untersuchungen die Kurssetzung, Schneeverhältnisse und Ausrüstung als die drei Hauptproblemfaktoren zutage gefördert haben, ist man nun auch auf dem Materialsektor zu einem Beschluss gekommen.Denn während die Anpassungen auf dem Abfahrts- und Super-G-Sektor relativ "mild" verliefen und der Slalom-Ski komplett unangetastet bleibt, wird die Kerndisziplin Riesentorlauf im Weltcup-Bereich "revolutioniert". Die Mindestlänge soll künftig 1,95 m (Herren/bisher 1,85 m) bzw. 1,88 (Damen/bisher 1,80 m) betragen. Entscheidend ist aber, dass der Ski vor der Bindung nur noch höchstens 95 mm breit sein darf und der Radius, der die Kurvenlänge entscheidend beeinflusst, von 27 gleich auf 40 m (Damen von 23 auf 35 m) vergrößert wurde.

"Das ist dann wieder Skirennfahren wie zu Zeiten eines Hansi Hinterseer", mokierte sich Ex-Rennläufer Siegi Voglreiter, Rennchef bei der Skifirma Fischer. Rudi Huber von Atomic sah das nicht ganz so krass. "Das sind zwar tatsächliche Werte wie wir sie Mitte der 1990er-Jahre hatten, aber auch die Athletik ist seitdem besser geworden. Viel hängt auch von der Kurssetzung ab", so der Salzburger. "Es geht um Sicherheit und die Reduzierung der Fliehkräfte. Man musste darauf reagieren."

Seit 2006 gibt es das Verletzungsüberwachungssystem ISS. Die aktuelle FIS-Arbeitsgruppe wird vom Österreicher Toni Giger geleitet, auch die Uni Salzburg und eine ÖSV-Arbeitsgruppen hatten sich zuletzt intensiv an den Ursachenforschungen beteiligt. Vergangenen Winter waren mehrere Ski-Prototypen von ehemaligen Rennläufern getestet worden. Aber schon bei den Rennläufern war meist Schluss mit der Einigkeit gewesen. Während die einen die Beibehaltung des aktuellen Reglements forcierten, weil sie ihre Skitechnik bevorteilte, waren andere dagegen.