Erstellt am 09. Juni 2015, 22:14

von Bernhard Fenz

Glücklose Parndorfer gescheitert. Der SC/ESV Parndorf musste sich nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel gegen Austria Klagenfurt in einem unglaublich engen Rückspiel nach Verlängerung mit 1:4 geschlagen geben.

 |  NOEN, Martin Ivansich

Die Kärntner steigen somit in die Sky Go Erste Liga auf, die Nordburgenländer müssen in der kommenden Saison erneut aus der Ostliga den Anlauf Richtung Aufstieg nehmen.

AUSTRIA KLAGENFURT – PARNDORF 4:1 nach Verlängerung.

x  |  NOEN, Martin Ivansich

Beide Mannschaften begannen nervös, auch wenn die Gastgeber mit dem Schwung einer Heimmannschaft das Geschehen rasch unter Kontrolle bringen wollten. Die erste Gelegenheit fand auch die Austria durch einen Kopfball von Patrik Eler vor. In Minute sieben setzte dann aber der SC/ESV Parndorf das erste Ausrufezeichen, als Martin Marosi eine Flanke volley übernahm – das Runde ging jedoch über die Latte.
Auf der Gegenseite wurde Klagenfurt dann ausgerechnet durch einen Burgenländer gefährlich. Der Neufelder Dominik Kirschner – er spielte diesmal von Beginn an – schoss aber Goalie Stefan Krell aus der Drehung zu zentral an (14.). Auch ein Weitschuss des Ex-Parndorfers Fabian Miesenböck verfehlte sein Ziel.

Aus dem Nichts die 1:0-Führung der Klagenfurter inklusive Top-Chance aufs 2:0

In der Folge hatte die Mannschaft von Trainer Richard Slezak das Geschehen dann weitgehend unter Kontrolle, da kam auch zu wenig von den Kärntnern. Bis zur 26. Spielminute, als Stefan Krell auf eine Flanke der Heimischen ging, den Ball aber nicht unter Kontrolle bringen konnte. Zwar reklamierten die Parndorfer Foul, aber Referee Alexander Harkam wertete den Zweikampf nicht als regelwidrig – Patrik Eler musste den Ball nur noch über die Linie zum 1:0 schieben. In Minute 31 hatte dann Rajko Rep die Riesenchance auf das 2:0, als er alleine auf Krell zulief, aber scheiterte. Der Schlussmann konnte mit dem linken Bein parieren.

Riesenmöglichkeiten von Martin Marosi zum 1:1 vergeben

Der SC/ESV erholte sich aber von dem Schock des Gegentreffers und wurde seinerseits wieder aktiver. In dieser Phase hatte dann Martin Marosi die 100-prozentige Möglichkeit auf den Ausgleich, als er aus fünf Metern an den Ball kam – aber in Austria-Tormann Filip Dmitrovic seinen Meister fand.
Dem nicht genug: In der 43. Minute war es dann noch Mario Rasic, der nach einem guten Marosi-Lochpass um den Tick zu spät an den Ball kam. Und quasi mit dem Ablauf der 45 Minuten war es abermals Martin Marosi, der von links auf Mitrovic zulief und das Runde wieder nicht über die Linie brachte. In dieser Phase hatte sich das Spiel gedreht, dominierten nun die Nordburgenländer klar.

Spiel auf ein Tor in der zweiten Halbzeit – aber vorerst vergebens

Auch nach der Pause änderte sich nichts am Spielgeschehen, das sich kurz vor dem Halbzeitpfiff entwickelt hatte. Parndorf bestimmte die Partie und drückte die immer nervöser und unsicher werdenden Klagenfurter in die eigene Hälfte. Allerdings fehlten die glasklaren Chancen, auch wenn Sascha Steinacher in Minute 53 die Kugel im Sechzehner serviert bekam, der Legionär zögerte aber zu lange und verpasste die Topchance in spe.
Dann dauerte es lange, aber schließlich war sie doch da, die Riesengelegenheit zum Ausgleich und zum Aufstieg. 78. Minute: Eckball Parndorf, Kopfball Wendelin – und Tyrone Mc Cargo rettete auf der Linie.
Auf der Gegenseite verpasste wiederum Ervin Bevab im Konter die Vorentscheidung aus Sicht der Heimischen.

Unglaubliche Schlussphase, ab in die Verlängerung

Was dann kam, war Relegations-Krimi pur. Erst kam Parndorf, und wie: Foul an Sascha Steinacher im Sechzehner – Elfer – und der deutsche Mittelfeldspieler verwertete zum 1:1. Der riesige Parndorfer Jubel war noch nicht verebbt, da kamen wiederum die Kärntner. Christian Prawda bewies Köpfchen und nutzte die Gelegenheit zum 2:1 – somit war die Pattstellung aus dem Hinspiel wiederhergestellt. Es kam zur Verlängerung.

Dort hatte dann der eingewechselte Christoph Schneider gleich in Minute 93 die Chance zum 2:2, aber sein Schuss nach einer Dmitrovic-Abwehr landete am Kopf eines Klagenfurters. Viel mehr passierte vorerst nicht. Klagenfurt wirkte ängstlich und verunsichert, Parndorf brachte in dieser Phase zu wenig Nachdruck auf den Platz, um diese Schwäche des Regionalliga Mitte-Meisters entscheidend auszunützen.

Nicht mehr erwarteter Klagenfurter Kopfballtreffer ins Aufstiegsglück

Und das wurde beinhart bestraft. Erst deutete die Truppe von Trainer Mani Bender nach einem Stanglpass Gefährlichkeit an, dann war es soweit: Marko Dusak setzte eine Flanke per Kopf ins lange Eck – und plötzlich stand die für Austria Klagenfurter Verhältnisse toll gefüllte Wörthersee-Arena (4.500 Fans waren da) Kopf – 3:1.

Parndorf? Kämpfte sich erneut zurück, als etwa Sascha Steinacher vor Filip Dmitrovic auftauchte und zu Boden ging – diesmal blieb Harkams Pfeife aber stumm.

Und es kam noch dicker: Als die Gäste verzweifelt auf das für den Aufstieg so notwendige zweite Tor drücken wollten, kam Klagenfurt aus einem Konter sogar noch zum vierten Treffer. Goalie Stefan Krell musste die Notbremse ziehen, Harkam blieb nichts anderes übrig, als den Tormann auszuschließen und auf Penalty zu entscheiden. Gerhard Karner stellte sich ins Tor, weil das Austauschkontingent bereits erschöpft war – und konnte den Elfer von Rajko Rep zum 4:1 nicht bändigen. Unmittelbar danach war Schluss in dieser hochdramatischen und für Parndorf so bitteren Partie.


Statistik

AUSTRIA KLAGENFURT – PARNDORF 4:1 n.V. (2:1, 1:0).

Torfolge: 1:0 (26.) Eler, 1:1 (82.) Steinacher (Foulelfer), 2:1 (84.) Prawda, 3:1 (105.) Dusak, 4:1 (119.) Rep (Foulelfer).

Rot: Krell (118., Torraub).

Gelb: Dusak (57., Foul), Leininger (90., Unsportlichkeit), Becirovic (101., Foul), Prawda (109., Foul), Rep (112., Foul); Jusits (15., Foul), Wendelin (40., Foul), Dornhackl (67., Foul).

SR: Harkam.- Wörthersee-Stadion, 4.500.

Parndorf: Krell; Kostrna (72. Horvath), Wendelin, Jusits, Dornhackl; Kienzl (35. Schneider), Babic, Leszkovich (46. Karner), Steinacher, Marosi; Rasic.

Austria Klagenfurt: Dmitrovic; Becirovic, Wallner, Dusak, Prawda; Hamdemir, Kirschner (69. Mc Cargo); Miesenböck (46. Bevab), Zakany, Eler (81. Leininger); Rep.


Stimmen zum Spiel

Trainer Richard Slezak: „Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment aussprechen. Wir haben uns zahlreiche gute Torchancen herausgespielt, man hat absolut keinen Unterschied gemerkt. Am Ende ist es natürlich extrem bitter, in der Verlängerung so zu verlieren.“
 
Sascha Steinacher: „Wir haben es verabsäumt, schon vor der Pause einen Treffer zu machen – die Chancen waren da. In der zweiten Halbzeit waren wir dann deutlich präsenter und haben ein starkes Spiel absolviert – am Ende haut uns ein dummes Standardtor wieder zurück. Es ist extrem ärgerlich.“