Erstellt am 20. Mai 2015, 07:05

von Bernhard Fenz und Martin Ivansich

„Noch drei Hürden“ für Parndorf. Parndorfs Weg in die Erste Liga: Keine Lizenz für Ritzing, Platz zwei absichern und das Relegationsduell gewinnen.

Parndorf-Obmann Gerhard Milletich war zuletzt ob der Parndorfer Ergebnisse nicht beruhigt. Foto: CSW  |  NOEN, CSW
Wenn es im österreichischen Fußball einen Verein gibt, der von der Relegation zwischen dritter und zweiter Leistungsstufe (Regionalliga/Erste Liga) ein Lied singen kann, dann ist das der SC/ESV Parndorf.

Fünfmal mussten die Nordburgenländer, denen 2006 der Direktaufstieg gelang, bislang in die K.o.-Phase mit Hin- und Rückspiel, nur einmal (2013: Blau Weiß Linz) folgte der Aufstieg als Belohnung.

Gescheitert ist Parndorf als Ostligist 2004 an Gratkorn, 2010 am WAC und 2011 an der Vienna. Als Erste-Liga-Mannschaft musste der Klub 2014 in die Relegation – und stieg nach den Duellen gegen den Regionalliga Mitte-Meister LASK ab.



Die erste Saison nach dem Abstieg ist durchwachsen, sie könnte aber noch ein erfolgreiches Ende nehmen.

Obmann Milletich bleibt noch vorsichtig

Weil Ostliga-Meister Ritzing die Lizenz auch in zweiter Instanz verwehrt wurde, steht Parndorf vor der Relegation.

Obmann Gerhard Milletich bleibt aber noch vorsichtig. „Ich gehe davon aus, dass Ritzing zum Ständigen Neutralen Schiedsgericht geht – daher könnte sich bei der Lizenzvergabe noch etwas ändern.“

>> Hier geht's zur aktuellen Tabelle der Regionalliga Ost!

Freilich weiß Milletich aber, dass die Chance, ein „Nein“ in zweiter Instanz noch aufzuheben, sehr gering ist. Rein sportlich muss der SC/ESV Parndorf, der die Lizenz in erster Instanz erhalten hat, aber jedenfalls Zweiter werden, um in die Relegation zu kommen.

Werden die Burgenländer noch von der Vienna (die die Lizenz nicht erhalten hat und auch keinen Protest mehr einlegte) überholt, würde die Ostliga keinen Teilnehmer für die Relegation stellen.

Sieg in Neuberg – und die Relegation ist fix

Das wäre sehr zur Freude von Austria Klagenfurt, dem bereits fixen Gegner aus der Regionalliga Mitte, der dann kampflos aufsteigen würde.

Derzeit sieht aber noch alles nach Relegation aus – Spieltermine wären der 5. Juni (Parndorf) und der 9. Juni (Klagenfurt). Zwei Runden vor Schluss liegen die Nordburgenländer drei Punkte (mit dem um zehn Treffer besseren Torverhältnis) vor der Vienna.

In den letzten drei Partien wurde aber gerade mal ein Zähler geholt, zuletzt gab es daheim ein 0:1 gegen Amstetten und davor ein 1:4 gegen die SVM Amateure.

Also sagt Milletich auch: „Wir haben drei Hürden auf dem Weg zum Aufstieg: Erstens die dritte Instanz für Ritzing, zweitens der zweite Regionalliga-Platz und drittens dann die Relegation.“

„Haben es trotz allem selbst in der Hand“

Dass der Verein somit wieder einmal parallel für die Erste Liga und für die Ostliga planen muss, ist längst Alltag geworden: „Ich bin mittlerweile ein erfahrener Zweigleisiger.“

Sportlich kann die Mannschaft von Trainer Richard Slezak die Relegation in der Praxis mit einem Erfolg bei Schlusslicht Neuberg am Freitag trotzdem fixieren. Milletich: „Das 0:1 gegen Amstetten war nicht beruhigend, trotzdem haben wir es selbst in der Hand.“

Sollte Parndorf in die Relegation gegen Klagenfurt kommen, sieht der Klubchef intakte Chancen: „Wir sind personell gut aufgestellt und haben das Potenzial.“ Beschäftigt habe man sich mit dem möglichen Gegner schon, wie Slezak klarstellt: „Ich habe die Kärntner zweimal gesehen, habe Videos erhalten und werde sie mir noch einmal ansehen. Fakt ist aber, dass wir zuerst den zweiten Platz fixieren müssen.“