Erstellt am 25. Januar 2014, 13:08

Reichelt-Triumph in Kitz-Abfahrt. Hannes Reichelt hat am Samstag für Österreichs ersten Heimsieg beim Abfahrts-Klassiker in Kitzbühel seit 2006 gesorgt.

APA16638372 - 25012014 - KITZB†HEL - …STERREICH: Hannes Reichelt (AUT) jubelt im Ziel wŠhrend des Abfahrtsrennens der Herren am 25. JŠnner 2014, in KitzbŸhel. APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER  |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)

Mehr als acht Jahre nach dem Triumph von Michael Walchhofer raste Hannes Reichelt auf der Streif auf Platz eins. Der 33-jährige Salzburger setzte sich vor dem Norweger Aksel Lund Svindal (+0,21 Sekunden) und dem bitter enttäuschten US-Amerikaner Bode Miller (0,34) durch.

"Ich kann es noch gar nicht glauben. Für einen Österreicher gibt es wahrscheinlich nichts Schöneres", meinte Reichelt nach dem bisher größten Triumph seiner Karriere vor rund 50.000 begeisterten Zuschauern. "Es ist so geil, wenn du bei dieser Kulisse ins Ziel kommst und der Einser aufleuchtet", sagte der Radstädter nach dem siebenten Weltcup-Sieg seiner Karriere, dem zweiten in der Abfahrt.

"Dieser Sieg überstrahlt alles"

Dabei waren Reichelts langwierige Rückenprobleme ausgerechnet vor dem Kitz-Highlight stärker geworden. "Ja, ich kämpfe mit Schmerzen. Es tut mir alles weh. Aber wenn ich ein Rennen gewinne, dann will ich nicht viel darüber reden. Dann kann es nicht so schlimm sein. Dieser Sieg überstrahlt alles", meinte Reichelt, der sicher auch punkto Sicht das Glück des Tüchtigen hatte. Technisch sauber fahren wäre "das G'scheiteste für den Rücken", so Reichelt, der in den vier Abfahrten vor Kitz gleich dreimal Zweiter gewesen war.

"Ich bin sehr froh, dass die Durststrecken endlich zu Ende sind", freute sich Reichelt auch über das Ende der sieglosen Zeit der ÖSV-Herren in den Speed-Disziplinen. Für den bis Samstag letzten Erfolg hatte ebenfalls Reichelt am 29. Dezember 2012 in der Bormio-Abfahrt gesorgt.

Svindal baut Weltcup-Führung aus

Svindal baute mit Rang zwei seine Führung im Gesamt-Weltcup auf den Salzburger Marcel Hirscher auf 102 Punkte aus. Das war aber eher Nebensache, denn der Skandinavier hätte ebenfalls liebend gerne seinen ersten Abfahrtssieg auf der Streif gefeiert. "Ein zweiter Platz ist aber nie schlecht. Ich hatte einige kleine Fehler, aber hier fährt niemand fehlerlos herunter", bilanzierte Svindal nach der Abfahrt, die nicht über die Originalstrecke, sondern ohne Hausberg und Traverse über die Variante Hinterganslern führte. Aber "nach vielen zweiten Plätzen hat es sich Hannes wirklich verdient."

Miller fuhr aufs Podest, Rang drei hat ihm aber dennoch "das Herz gebrochen". "So wie ich derzeit Ski fahre, war heute alles für mich angerichtet. Dann habe ich bei der Seidlalm einen Fehler gemacht, den man einfach nicht machen darf", meinte der bitter enttäuschte 36-Jährige. "Das ist eines der härtesten Ergebnisse meiner Karriere", gestand Miller, der wohl ohne Kitz-Abfahrtssieg abtreten muss.

"Da lernt man mit jeder Fahrt dazu"

In bewährter Manier warf sich Max Franz verwegen die Streif hinunter und landete als zweitbester Österreicher auf Rang sieben. "Es wird von Jahr zu Jahr besser", freute sich Franz. Von Konkurrenten wie Reichelt, Svindal oder Miller trennt den 24-Jährigen vor allem noch die Routine. "Eine 180-Grad-Kurve wie das U-Hakerl muss halt rein in den Kopf, da lernt man mit jeder Fahrt dazu. Hier zählt die Erfahrung und im oberen Teil muss ich noch viel lernen", weiß Franz.

Auch Matthias Mayer hat nach Rang elf gute Karten auf einen Startplatz in der Olympia-Abfahrt. Klaus Kröll (17.), Romed Baumann (25.), Otmar Striedinger (26.) und Georg Streitberger (nicht in Top-30) müssen sich hingegen auf die Quali in Sotschi einstellen. Florian Scheiber (22.) und Joachim Puchner (ausgeschieden) bietet sich am Sonntag im Super-G in Kitz die letzte Chance, doch noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen.