Erstellt am 07. August 2014, 10:25

von APA Red

Hosiner nimmt Aufgabe Ligue 1 in Angriff. Nach zehn Jahren Pause startet die französische Ligue 1 wieder mit österreichischer Beteiligung.

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Philipp Hosiner erhofft sich mit Stade Rennes ein auch persönlich besseres Abschneiden, als es in der jüngeren Vergangenheit Roland Linz und Mario Haas vergönnt war. Am Sonntag geht es für den Vorzeige-Fußballverein der Bretagne zum Auftakt auswärts gegen Olympique Lyon.

Ob Hosiner gegen den ehemaligen Serienmeister zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Der Stürmer arbeitete in den vergangenen Wochen eifrig daran, sich mit Mannschaft und Umfeld in der 200.000 Einwohner-Stadt bekannt zu machen. Nach monatelangen Transferspekulationen Ende Juni von der Austria nach Frankreich gewechselt, will der 25-Jährige dort schnell ankommen.

"Es wird von Tag zu Tag besser"

"Ich habe mich sehr gut eingelebt, es wird von Tag zu Tag besser", berichtete Hosiner vor dem Liga-Start. Neben der Arbeit im Training will der Burgenländer vor allem die sprachliche Barriere abbauen. Vier Stunden die Woche ist Französisch-Unterricht angesagt. "Da bin ich sehr dahinter. Es ist auch abseits des Platzes wichtig, sich zu integrieren", betonte der ÖFB-Internationale.

Bemüht, seinem neuen Angreifer ein vertrautes Umfeld zu geben, zeigt sich offenbar auch Trainer Philippe Montanier. "Er ist eine absolute Respektsperson, aber auch ein Supertyp. Er fragt täglich, wie es mir geht, wie es der Familie geht", berichtete Hosiner über den ehemaligen Torhüter (49), der als Wein-Fan vom Eisenstädter bereits mit österreichischem Rotwein versorgt wurde.

Überzeugen will der als Wunschkandidat von Montanier geholte Hosiner seinen Coach aber auf dem Platz. "Ich habe sein Vertrauen, er weiß, was ich kann", meinte der fünffache ÖFB-Teamspieler. Er mache sich zu Saisonbeginn selbst keinen Druck. "Ich habe keinen Stress, wenn ich zu Beginn nicht gleich zum Einsatz komme. Vielleicht starte ich als Joker. Ich freue mich trotzdem auf die ersten Spiele. Meine Zeit wird kommen."

Gleiches Tempo wie in Österreich

Empfehlen will sich der Bundesliga-Torschützenkönig 2013 im täglichen Training. Dort sei das spielerische Niveau höher als jenes in der heimischen Bundesliga. "Die jungen Spieler sind technisch stark und extrem schnell. Da ist eine Steigerung da. In punkto Tempo müssen wir uns in Österreich aber nicht verstecken, das ist das gleiche", urteilte Hosiner.

Dass es in den ersten beiden Vorbereitungsspielen aufgrund der sprachlichen Hürde nicht nach Wunsch verliefen, scheint inzwischen abgehakt. Zuletzt konnte Hosiner mit zwei Toren und zwei Vorlagen aufzeigen. Größter Konkurrent im Rennen um den Platz als zentrale Spitze ist der schwedische Teamstürmer Ola Toivonen. Der 1,89-m-Mann könnte aber auch hinter dem Neuzugang im offensiven Mittelfeld agieren.

Die Ziele mit dem Cupsieger von 1965 und 1971 sind abgesteckt. Der in Besitz des Milliardärs und Kunstsammlers Francois Pinault (77) stehende Verein beendete die vergangene Saison als Zwölfter. Ein Europacup-Startplatz ist dennoch im Visier. "In der Liga sind nach Paris St. Germain und Monaco alle Vereine auf ähnlichem Niveau. Das habe ich schon von vielen Seiten gehört. Vom vierten bis zum 15. Platz ist alles drin", vermutete Hosiner. Auf das Heimspiel gegen Meister Paris mit Superstar Zlatan Ibrahimovic in der 5. Runde freue er sich jedenfalls "irrsinnig".

In Frankreichs Oberhaus spielte aus rot-weiß-roter Sicht zuletzt Roland Linz im Herbst 2004 für Nizza. Nach einem halben Jahr ging es für den derzeit vereinslosen Steirer, der Hosiner zum Wechsel riet, jedoch wieder zurück nach Österreich. Ohne Glück im Land des Weltmeisters von 1998 versucht hat sich zuvor bereits Mario Haas 1999/2000 bei Straßburg. Hosiner hofft, "Autriche" nun wieder erfolgreich zu vertreten: "Ich will zeigen, dass man auch in Österreich gut Fußball spielt."