Erstellt am 07. Mai 2014, 09:00

von Bernhard Fenz

Ritzing gibt nicht auf. Nächste Instanz | Harald Reißner, Obmann von Ostliga-Titelkandidat Ritzing, peilt die erfolgreiche Bundesliga-Lizenz im zweiten Versuch an.

Ritzing, hier Angreifer Danijel Prskalo, hofft auf die Lizenz. Foto: Otto  |  NOEN, Otto
Vier Runden vor Ende der Regionalliga Ost fehlen dem Dritten SC Ritzing vier Punkte auf den zuletzt sportlich schwächelnden Leader FAC. Während die Wiener auf wirtschaftlicher Ebene die Lizenz von der Bundesliga bereits erhalten haben, wurde den Burgenländern das Pickerl in erster Instanz verwehrt. Am Montag endet die Einspruchsfrist für die zweite Instanz, um für einen positiven Bescheid neue Beweise vorzulegen und Material nachzureichen.

„Das, was nötig war, wird nachgereicht“

Im Fall des SC Ritzing sind einige Punkte noch offen. Obmann Harald Reißner zeigt sich aber zuversichtlich, dass die beanstandeten Lizenz-Mängel für die nächste Prüfung kein Problem mehr darstellen. „Das, was nötig war, wird nachgereicht. Ich gehe daher davon aus, dass wir die Lizenz in zweiter Instanz erhalten werden. Auch wenn es sportlich nicht reichen sollte, wollen wir das Prozedere jetzt fertigmachen – das alles ist auch für uns eine neue Erfahrung.“

Keine Probleme mehr geben sollte es bei der Änderung der bis dato als Amateure gemeldeten Spieler durch den Burgenländischen Fußballverband auf Profis. Das klappte deshalb nicht, weil laut Entscheid des Kontroll- und Meldeausschusses die vorgelegten Verträge „keine firmenmäßige Zeichnung der Betreibergesellschaft Intrepid GmbH (Anm.: mehrheitlicher Eigentümer ist der SC Ritzing) aufweisen.“ Kurzum: Die Unterschrift des Arbeitgebers fehlte.

Causa Barisits ist noch nicht erledigt

Mittlerweile sind die Verträge unterzeichnet. Notwendig sei es laut dem Boss der Mittelburgenländer nun noch, der Bundesliga eine Bestätigung der entsprechenden Nachwuchsmannschaften nachzureichen und bezüglich der Stadion-Nutzung und Eigentumsverhältnisse zwei Grundbuchauszüge zu schicken. Gelöst werden sollte aber auch der Konflikt mit Ex-Trainer Norbert Barisits, bei dem es um ausstehende Gehälter eines von 2006 bis 2009 abgeschlossenen mündlichen Vertrags geht, der 2007 von den Mittelburgenländern beendet worden war.

Zur Erinnerung: Der nunmehrige Sigleß-Trainer ließ über die Fußballergewerkschaft (VdF) klagen und erhielt nach dem Berufungs-Prozedere vom Höchstgericht Recht. Die rund 46.000 Euro will Reißner, der wiederum sich im Recht sieht, aber nicht begleichen, „das widerspricht meinem Rechtsempfinden. Wir haben nun einen Vorschlag für eine Lösung gemacht und müssen das regeln.“ Ob die Causa ausgelagert werde, oder ob (und wie) die Verbindlichkeiten beglichen werden, dahinter steht noch ein Fragezeichen.

Einvernehmliche Lösung mit GKK

Verbindlichkeiten in Form finanzieller Altlasten hat Ritzing auch bei der Burgenländischen Gebietskrankenkasse (BGKK) – Stichwort nachzuzahlende Sozialversicherungsbeiträge. Hier habe man sich, wie Reißner klarstellte, mittlerweile auf eine einvernehmliche Lösung geeinigt, die seitens der BGKK nur noch offiziell abgesegnet werden müsse.

„An sich ist das Thema aber durch.“ Das bestätigte auch Gebietskrankenkassen-Direktor Christian Moder: „Wir haben uns praktisch geeinigt, nur ist das eine Dimension, bei der ich erst offiziell den Vorstand informieren muss.“ Dieser tagt am 20. Mai, bis 12. Mai müssen die Unterlagen jedoch bei der Bundesliga einlangen. Ob es in dieser Hinsicht rechtzeitig grünes Licht geben kann, bleibt also noch offen.