Erstellt am 13. September 2011, 17:30

Ruttensteiner ab sofort ÖFB-Interimstrainer. Dietmar Constantini ist von seinem Amt als Trainer des Fußball-Nationalteams mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das teilte der Österreichsiche Fußball-Bund (ÖFB) am Dienstag mit.

Für die zwei ausstehenden EM-Qualifikationsspiele in Aserbaidschan und in Kasachstan (7. und 11. Oktober) wird nun interimistisch Sportdirektor Willi Ruttensteiner mit dem bestehenden ÖFB-Betreuerstab übernehmen.

Constantini, der Rot-Weiß-Rot seit April 2009 betreut hatte (23 Spiele - 7 Siege, 3 Remis, 13 Niederlagen, Torverhältnis 30:42), habe ÖFB-Präsident Leo Windtner in einem persönlichen Gespräch um die vorzeitige Auflösung seines bis Jahresende datierten Vertrages gebeten. "Die Entscheidung von Constantini ist zur Kenntnis zu nehmen, und es wird daher seinem Ersuchen Rechnung getragen", erklärte Windtner.

Der Präsident dankte dem glücklosen Tiroler. "Obwohl wir die gesetzten Ergebnisziele nicht erreicht haben, hat er frischen Wind gebracht und viele junge Spieler für das A-Team entwickelt. Er hat aber insbesondere alle Energie und viel Herz in seine Funktion als Teamchef gelegt", betonte der Oberösterreicher. Seine Entscheidung, Constantinis auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, ihn aber trotz des Aus' in der Quali für die EM 2012 in Polen und der Ukraine die zwei letzten Partien noch auf die Bank zu setzen, hatte Windtner in der Vorwoche mediale Kritik eingebracht.

Constantini selbst, der mit Fortdauer seiner Amtszeit immer weniger Enthusiasmus versprühte, wollte nicht im Zorn zurückblicken. "Es war eine schöne Zeit als österreichischer Teamchef, am meisten freut mich, dass wir eine Begeisterung bei den heimischen Fans rund um das Nationalteam auslösen konnten, die für mich meine Ära auszeichnen wird", sagte Constantini zu seinem Abschied.

Ruttensteiner gibt damit nach genau sechs Jahren ein Comeback. Der 48-Jährige, der bereit seit 1999 im ÖFB tätig ist und seit 2001 als Sportdirektor fungiert, hatte die Auswahl bereits im Oktober 2005 nach dem Abgang von Hans Krankl für zwei Spiele gemeinsam mit dem Rekordinternationalen Andreas Herzog interimistisch betreut. Der Oberösterreicher erntete damals nach guten Darbietungen in den WM-Qualifikationsspielen gegen England (0:1) und Nordirland (2:0) Lob und Anerkennung für seine Arbeit.

"Die getroffene Interimslösung soll einerseits die notwendige Kontinuität sichern und andererseits gewährleisten, dass die verbleibenden zwei Qualifikationsspiele mit professioneller Betreuung über die Bühne gebracht werden können", ließ der ÖFB wissen. Nun habe die Suche und Bestellung eines neuen Teamchefs oberste Priorität. Wer auf Ruttensteiner folgt, ist weiterhin offen. Die heißeste in den Medien gehandelte Aktie ist Franco Foda, der aktuelle Trainer von Meister Sturm Graz.