Erstellt am 12. Oktober 2011, 13:22

Ruttensteiner mit ÖFB-Team nicht unzufrieden. Nach dem 0:0 am Dienstag gegen Kasachstan zum Abschluss der Fußball-EM-Qualifikation hat Interims-Teamchef Ruttensteiner mehrere Gründe für die enttäuschende Nullnummer vor offiziell 22.000 Zuschauern in der Astana Arena ausgemacht. Schlechte Tagesform, mangelnde Chancenverwertung und auch die Stärke des Gegners hätten einen Sieg verhindert, vermutete der Oberösterreicher.

"Die Kasachen haben sich den Punkt verdient. Sie haben hervorragend gekämpft und auch gezeigt, dass sie Fußball spielen können", meinte Ruttensteiner. Diese Einsatzbereitschaft reichte bereits, um die ÖFB-Auswahl vor ein unlösbares Problem zu stellen. "Das Kombinationsspiel hat nicht so wie gewünscht funktioniert, das ist an Bewegungsfehlern und an technisch-taktischen Fehlern gelegen. Wenn es da nicht läuft, kann man eine Mannschaft wie Kasachstan nicht ausspielen."

Trotz des Rückschritts nach dem 4:1 in Aserbaidschan hält Ruttensteiner nach wie vor große Stücke auf Marc Janko und Co. "Ich stehe zum Potenzial dieser Mannschaft, man hat es ansatzweise auch gegen Kasachstan gesehen. Wenn aber einzelne Spieler nicht ihren besten Tag erwischen und die Chancen nicht verwertet werden, dann wird es gegen so eine Mannschaft auf Kunstrasen schwer."

Zu den formschwachen Kickern zählten diesmal unter anderem Janko und Andreas Ivanschitz, die in Baku noch den Unterschied ausgemacht hatten. Ruttensteiner verzichtete jedoch auf namentliche Schuldzuweisungen. "Der Spielaufbau liegt immer an der gesamten Mannschaft, da muss sich jeder einbringen", betonte der 48-Jährige.

Ruttensteiners Bilanz fiel nach dem Asien-Trip grundsätzlich positiv aus. "In Summe bin ich nicht unzufrieden. In Baku haben wir toll gespielt, in Astana nicht. Aber in Österreich ist der Respekt vor einer Mannschaft wie Kasachstan nicht gegeben. Da glaubt jeder, wir kommen her und gewinnen 2:0 oder 3:0", ärgerte sich der Interimscoach.

Nach seinem letzten Match in dieser Tätigkeit verspürte der hauptberufliche ÖFB-Sportdirektor nach eigenen Angaben weder Wehmut noch Erleichterung. "Aber ein bisschen bin ich enttäuscht, weil ich gegen Kasachstan unbedingt gewinnen wollte", gab Ruttensteiner zu. Das befristete Teamchef-Amt sei undankbar gewesen, "weil Spieler gefehlt haben und ich das Risiko hatte, mich zu blamieren. Doch vier Punkte aus diesen Spielen sind in Ordnung".