Erstellt am 07. Mai 2012, 11:11

Salzburg lässt sich nicht zum Titel gratulieren. Bei sechs Punkten Vorsprung und drei ausständigen Partien ist der Gewinn der Fußball-Meisterschaft für Red Bull Salzburg wohl nur Formsache.

Dennoch wollten die Mozartstädter nach dem 1:0 am Sonntag im Hanappi-Stadion gegen Rapid von Gratulationen zum siebenten Titel - dem vierten in der Red-Bull-Ära - nichts wissen. "Wir müssen mit beiden Füßen am Boden bleiben", forderte Trainer Ricardo Moniz.

Allerdings konnte auch der Niederländer nicht ganz abstreiten, dass die Gravur im Meisterteller in greifbarer Nähe ist. "Es war zumindest ein großer Schritt."Ähnlich äußerte sich Jakob Jantscher: "Es sieht sehr gut aus, aber rechnerisch sind wir noch nicht durch." Für Rapid-Coach Peter Schöttel ist das Rennen hingegen entschieden. "Ich glaube nicht, dass Salzburg in den letzten drei Spielen nur noch einen Punkt macht. Das Thema ist durch", meinte er.

Moniz kritisierte, seine Mannschaft habe sich nach dem 1:0 zu weit zurückfallen lassen und im Finish die Chancen auf die vorzeitige Entscheidung fahrlässig vernebelt. Dennoch überwog naturgemäß die Freude über den bevorstehenden Titelgewinn dank einer klaren Steigerung in den vergangenen Wochen. "Das Wichtigste ist unsere mentale Härte. Wenn uns alle abschreiben, stehen wir immer wieder auf", meinte Moniz.

Für Jantscher war das 1:0 die Folge des unbedingten Siegeswillens seiner Mannschaft. "Man hat gesehen, dass wir unbedingt wollten - mehr als Rapid", betonte der Flügelspieler.

Rapid-Goalie Lukas Königshofer wollte diese Ansicht nicht teilen: "Wir hätten genug Möglichkeiten gehabt, um zu gewinnen." Auch Schöttel haderte abgesehen von seinem Ärger über die Leistung von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer mit vergebenen Einschussmöglichkeiten. Mit Salzburg werde aber die beste Mannschaft Österreichs Meister, gab der Wiener zu.

Salzburg könnte bereits am Donnerstag den Meistertitel fixieren. Holt sich Salzburg den Meisterteller, hat auch Ried als Cupfinalist einen internationalen Startplatz.