Erstellt am 20. November 2010, 20:49

Salzburg setzt sich gegen Mattersburg mit 1:0 durch. Fußball-Meister Red Bull Salzburg ist nach drei Ligaspielen ohne vollen Erfolg auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Die Salzburger fuhren am Samstag mit 1:0 (1:0) zu Hause gegen Nachzügler SV Mattersburg trotz schwacher Leistung den angestrebten Pflichtsieg ein.

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Das Goldtor erzielte Roman Wallner per Elfmeter (18.). Der Titelverteidiger rückte damit acht Punkte hinter Leader SV Ried auf den fünften Tabellenplatz vor.

Wallner beendete die Salzburger Torflaute nach 366 Pflichtspielminuten ohne Treffer, 276 davon in der Liga, mit einem souverän verwandelten Strafstoß. Mattersburg-Kapitän Ilco Naumoski hatte einen Freistoß von Simon Cziommer mit der Hand abgewehrt. Schon durch den Freistoßpfiff hatte Schiedsrichter Prammer den Bullen einen Vorteil genommen, den Jakob Jantscher zu einem Tor genutzt hätte. Jantscher sah in der 57. Minute zudem Gelb-Rot, weil er sich zu früh aus der Mauer gelöst hatte. Gleiches Schicksal ereilte Mattersburgs Stefan Ilsanker wegen wiederholten Foulspiels (81.).

Für Solospitze Wallner war es das fünftes Saisontor in der Liga. Gegen Mattersburg hat der ÖFB-Teamstürmer in seinen vergangenen vier Partien immer getroffen. Spielerisch zeigten die Salzburger den lediglich 6.600 Zuschauern nach dem Führungstreffer aber fast gar nichts mehr. Der Meister war lediglich durch Fernschüsse oder Standardsituationen ansatzweise gefährlich.

Salzburg-Trainer Huub Stevens musste wegen einer Leistenzerrung auf seinen defensiven Mittelfeldspieler David Mendes verzichten. Auch Außenverteidiger Andreas Ulmer stand nach seinem Adduktorenriss noch nicht im Kader. Bei den Mattersburgern fehlte Topscorer Patrick Bürger (8 Saisontore) gesperrt. Routinier Michael Mörz wurde nur eingewechselt, weil Coach Franz Lederer eine ähnliche Startformation wie zuletzt beim 2:2 bei Rapid aufgeboten hatte.

Ein erster Warnschuss von Farkas war neben das Salzburger Tor gegangen (3.), große Mattersburger Chancen blieben daraufhin aus. Auf der Gegenseite war SVM-Keeper Borenitsch bei einem Weitschuss von Sekagya auf dem Posten (16.), ein Dropkick von Cziommer drehte sich am Tor vorbei (24.). Zarate jagte den Ball aus aussichtsreicher Position gleich zweimal in die Wolken (9., 68.).

In numerischer Überlegenheit taten die Mattersburger mehr fürs Spiel. Naumoski setzte zwei gute Gelegenheiten neben das Tor (46./Kopf, 79./Volley), einmal rettete Außenverteidiger Hinteregger in letzter Sekunde (50.). Nach dem Ausschluss für Ilsanker vergab der eingewechselte Alan den Matchball für Salzburg (85.). Die Keeper Tremmel und Borenitsch zeichneten sich jeweils mit Fußabwehren gegen Lindner (86.) bzw. Cziommer (92.) aus.

Die Salzburger haben damit die vergangenen sechs Heimspiele gegen Mattersburg allesamt ohne Gegentreffer gewonnen - Torverhältnis 17:0. Das erste Saisonduell hatten die Burgenländer Ende August zu Hause noch 1:0 für sich entschieden.

Meinungen zum Spiel:
Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir sind in der ersten Hälfte herumgelaufen wie die Hühner. Mit ein wenig Glauben, Forschheit und Spiel in die Tiefe hat man dann in der zweiten Hälfte gesehen, was möglich gewesen wäre. Wir waren vielleicht ein bisschen zu dumm und zu naiv, um etwas mitzunehmen. Mehr Chancen als wir gehabt haben, bekommt man in Salzburg nicht."

Huub Stevens (Salzburg-Trainer): "Uns ist es darum gegangen, dass wir die drei Punkte einfahren. Das haben wir getan. In der zweiten Hälfte war das aber zu wenig. Wir hätten zu Hause auch mit zehn Leuten mehr nach vorne spielen müssen. Wenn ich sehe, welche Chancen wir auslassen, dann habe ich meine Bedenken. Im Fußball geht es eben darum, Tore zu schießen."

Simon Cziommer (Salzburg-Mittelfeldspieler): "Das war heute mehr ein Arbeitssieg. Spielerisch war es in den ersten 30 Minuten ganz gut, dann nicht mehr so. Da scheint die Sonne noch nicht so, wie wir das wollen. Wir haben dennoch nur ein Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren. Das ist der Meistertitel."