Erstellt am 27. April 2012, 16:42

Salzburg trifft auf Angstgegner Mattersburg. Nur noch Salzburg selbst kann sich auf dem Weg zum Meistertitel schlagen - vor allem der Hit gegen Rapid am 6. Mai gilt als größte Hürde.

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Doch bereits am Samstag (18.30 Uhr) wartet auf den Tabellenführer im Pappelstadion von Mattersburg ein echter Angstgegner. Zweimal sind die "Bullen" in dieser Saison den Burgenländern unterlegen, war ein 0:0 bisher das Höchste der Gefühle. Und noch immer ist man gegen den ehemaligen Abstiegskandidaten ohne Tor. Salzburgs Trainer Ricardo Moniz freilich will dieser Bilanz keine große Bedeutung beimessen.

"Wir wollen mit Mattersburg keinen Angstgegner kreieren, das würde auch nicht stimmen", behauptete der Niederländer, dessen Truppe dank 23 Punkten aus 12 Partien die erfolgreichste Mannschaft des Frühjahrs ist. Drei Zähler beträgt der Vorsprung auf Rapid, den gilt es zumindest bis zum direkten Duell in Wien zu verteidigen.

Den Respekt vor den Gastgebern, die zuletzt drei Niederlagen in Folge bezogen, ist aber vorhanden. "Fakt ist, dass wir gegen die Burgenländer in den letzten vier Spielen unter mir als Trainer praktisch keine Chancen erarbeitet haben", musste auch Moniz gestehen. Zuversichtlich macht den Niederländer freilich, dass sich sein Team in den jüngsten Partien gerade in dieser Hinsicht wieder klar gesteigert hat. "Das haben wir zuletzt wieder besser gemacht", fügte Moniz an. Zusätzliche Impulse soll Rückkehrer Christoph Leitgeb geben, der am vergangenen Samstag beim 2:0 gegen Ried als Einwechselspieler ein gelungenes Comeback samt einem Treffer gab.

"Mit Leitgeb läuft das Spiel viel besser, wir können mehr nach vorne spielen", sagte Moniz. Der ÖFB-Teamspieler scheint jedenfalls bereit für das Meisterschaftsfinish. "Ich fühle mich sehr gut, und vor allem mit meinem Problem-Knie ist alles in Ordnung", sagte der 27-Jährige Mittelfeldmann. Auch er forderte im Duell mit dem Außenseiter vollste Konzentration: "Mattersburg spielt sehr aggressiv, zweikampfstark, und wir müssen von Beginn an dagegenhalten. Und vor allem müssen wir gegen den SVM wieder zu Chancen kommen und sie auch nützen."

Moniz stieß ins selbe Horn. "Mattersburg ist eine sehr gut organisierte Mannschaft und spielt sehr kompakt", sagte der 47-Jährige und warnte nicht zuletzt vor den Standards des Gegners: "Da müssen wir aufpassen, da sind sie extrem gefährlich." Personell muss Moniz den gesperrten David Mendes ebenso vorgeben wie die verletzten Simon Cziommer (Achillessehne), Petri Pasanen (Muskelfaserriss) und Stefan Hierländer (erkrankt).

Für Mattersburg-Coach Franz Lederer, der zuletzt drei Niederlagen en suite kassierte, ist eines völlig klar: "Ich gebe nicht viel auf Statistiken. Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei den Salzburgern. Wir müssen couragiert, diszipliniert und mutig auftreten, die Spieler haben richtig Lust auf das Spiel", sagte der Langzeittrainer, der sich aber nicht nur am 3:0-Heimerfolg über die "Bullen" im vergangenen November, sondern überhaupt an der positiven Heimbilanz gegen die Salzburger aufbauen kann: In 17 Partien im Pappelstadion ging man bei einem Remis 9 Mal als Sieger vom Platz und kassierte 7 Niederlagen.

Für einen Mattersburger könnte die Partie besonders interessant sein. Der 22-jährige Mittelfeldmann Stefan Ilsanker wechselt im Sommer nach Salzburg, für Lederer kein Grund zur Aufregung. "Das wird in Österreich zu hoch gespielt, wie der Schelm eben so denkt. Das sind Profis. Wenn er spielt, dann soll er ihnen (Salzburg) beweisen, was er drauf hat."