Erstellt am 19. November 2014, 07:02

von Bernhard Fenz

SC Ritzing: Im Spiel trotz Insolvenz. Winterkönig Ritzing darf trotz des laufenden Verfahrens auf die Lizenz hoffen – wenn alles passt.

 |  NOEN, Michael Heger
Sportlich hat der SC Ritzing in der bisherigen Ostliga-Saison klare Maßstäbe gesetzt. Die Mittelburgenländer überwintern nach 16 (die erste Frühjahrsrunde wurde bereits jetzt gespielt) von 30 Runden auf Platz eins, mit Respektabstand auf die schärfsten Verfolger Vienna (sechs Punkte) und Parndorf (zehn).

Auf den Spitzenreiter warten noch einige Hürden

Und doch werden die beiden Erste-Liga-Absteiger alles daran setzen, um am Ende zumindest Zweiter hinter Ritzing zu werden. Der Leader hat schließlich noch einige Hürden am Weg Richtung Erste Liga und vor allem einer erteilten Bundesliga-Lizenz zu schaffen.

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Da wäre der kommende Montag, an dem sich am Landesgericht Eisenstadt die Zukunft des Vereins entscheiden wird.

Ein Insolvenzverfahren (mittlerweile ein Verfahren ohne Eigenverwaltung mit einer Sanierungs-Mindestquote von 20 Prozent) läuft, im Zuge dessen es anfänglich um über 570.000 Euro an Altlasten ging – speziell die Burgenländische Gebietskrankenkasse fordert hier einen beträchtlichen Batzen an Geld und soll zuletzt weitere Forderungen in der Höhe von 225.000 Euro eingebracht haben.

„Erfolgt am 24. November die Zustimmung, bin
ich für die Lizenz mehr als zuversichtlich.“
Ritzing-Obmann Harald Reißner, aktuell
vorsichtiger Optimist für die Lizenz

Stimmen genügend Gläubiger (ihnen muss über 50 Prozent der Masse zugeschrieben werden) dem Sanierungsplan zu, ist die Zukunft des Vereins wieder gesichert. Um im Frühjahr 2015 auch die Lizenz der Bundesliga zu erhalten, wäre das dann aber nur ein erster Schritt.

Interessantes Detail am Rande: Wäre Ritzing bereits in der Ersten Liga, müssten die Mittelburgenländer als insolventer Klub fix absteigen – siehe FC Lustenau, der 2012/2013 sportlich oben geblieben wäre, aber an die letzte Stelle zurückgereiht wurde.

Vorteil, dass Ritzing noch nicht oben ist

Dass der Ostliga-Tabellenführer noch kein fixer Bestandteil der Bundesliga sind, ist demnach sogar ein Vorteil. Bundesliga-Finanz-Vorstand Reinhard Herovits verweist hier auf Punkt 4.2.5.3. im Lizenzierungs-Handbuch.

Dort ist festgelegt, dass bis zur Abgabefrist der Lizenzantragsunterlagen am 15. März ein „vom Gericht rechtskräftig bestätigter Sanierungsplan nachgewiesen“ werden muss.

Ritzing-Boss Harald Reißner über die nahe Zukunft: „Das Verfahren muss bis dahin positiv abgeschlossen sein. Erfolgt am 24. November die Zustimmung, bin ich auch für die Lizenz mehr als zuversichtlich.“