Erstellt am 24. Dezember 2014, 06:38

von Bernhard Fenz

SC Ritzing: Lizenz-Zuversicht steigt. Nachdem das Sanierungsverfahren mit einer 21%-Quote angenommen wurde, drängt der Ostliga-Winterkönig nach oben.

Ritzing-Obmann Harald Reißner (l.) mit Masseverwalter Adalbert Hausmann nach dem abgeschlossenen Verfahren - der Klubchef zeigt sich nun zuversichtlich für die Zukunft. Foto: Bernhard Fenz  |  NOEN, Bernhard Fenz

Entspannt und sichtlich erleichtert verließ Ritzing-Obmann Harald Reißner am Montag gegen 10.20 Uhr den Saal 5 am Landesgericht Eisenstadt. Kein Wunder: Das Insolvenzverfahren des SC Ritzing war eben abgeschlossen, der Sanierungsplan wurde angenommen (BVZ.at berichtete).



Soll heißen: Die Gläubiger erhalten vom Sportverein 21 Prozent. „Alles ist abgeschlossen, es kann nichts mehr sein. Der SC Ritzing hat somit keine Altlasten mehr“, stellte der Funktionär klar.

Zur Erinnerung: Anfänglich stand die Summe der gesamten Altlasten noch bei 571.000 Euro, im Lauf des sich in die Länge ziehenden Verfahrens schnellte der Betrag aber dann doch noch nach oben in die Millionenhöhe.

296.000 Euro zahlt SC Ritzing an die Gläubiger

Vom Zeitplan her ist mit 31. Jänner 2015 die erste Sieben-Prozent-Rate fällig, die beiden weiteren folgen 2016 und 2017. In Zahlen beträgt die von der 21-Prozent-Quote ausgerechnete Summe somit nun 296.000 Euro, inklusive zusätzlicher Kosten kommt der SC laut Reißner auf 337.000 Euro.

Faktisch ist es freilich trotzdem weniger, denn: Der Boss des Klubs scheint auch auf der Gläubiger-Liste auf, er wird sich selbst wohl kaum eine 21-Prozent-Quote zurückzahlen.

Gebietskrankenkasse für den Sportverein erledigt

Den größten Brocken macht (neben Reißners Forderungen) bei dem nun abgeschlossenen Verfahren der Betrag der Burgenländischen Gebietskrankenkasse aus, der Klubchef spricht hier von 450.000 Euro. 21 Prozent sind demnach 94.500 Euro, den Rest muss Reißner als Privatperson (im Zivilberuf ist der Mittelburgenländer Chef des I&T-Unternehmens in Siegendorf) berappen, weil er in diesem Bereich haftbar ist.

„Wenig ist es nicht“, so der knappe Kommentar zu diesem Thema. So oder so: Die Zuversicht für das Ritzinger „Bundesliga-Pickerl“ ist nun groß, denn: Ein positiv abgeschlossenes Insolvenzverfahren war die Grundvoraussetzung, um überhaupt auf die Lizenz für die neue Saison hoffen zu können.

Reißner: „Die Bundesliga hat unseren Status nun, wir haben eine Lösung gefunden und es sieht gut aus, dass wir die Lizenz erhalten werden.“ Rein sportlich wurde die Basis für den Aufstieg in die Erste Liga schon gelegt. Ritzing führt in der Ostliga sechs Punkte vor der Vienna und zehn Punkte vor Parndorf.