Erstellt am 30. April 2015, 13:27

von Bernhard Fenz

SC Ritzing muss bangen. Der Senat 5 der Österreichischen Fußball-Bundesliga hat in 1. Instanz die Lizenzen für die kommende Bundesliga-Saison erteilt.

Das Sonnenseestadion in Ritzing  |  NOEN, BVZ
Wieder einmal grünes Licht gibt es für den SV Mattersburg, designierter Aufsteiger in die Tipico Bundesliga. Auch der SC/ESV Parndorf (die Nordburgenländer kämpfen als aktuell Zweiter in der Regionalliga Ost noch um den Aufstieg) darf sich über die Lizenz in 1. Instanz freuen.

Bangen muss hingegen Ostliga-Spitzenreiter Ritzing, die Lizenz wurde verweigert – nun geht es in die 2. Instanz.
 
Die Mittelburgenländer sind übrigens nicht alleine bei den Lizenz-Verweigerungen. In der Tipico Bundesliga erwischte es die Admira, in der Sky Go Ersten Liga SVM-Aufstiegskonkurrent LASK, von den Regionalligisten blieben vorerst neben Ritzing auch Vienna (RLO), Austria Klagenfurt (Mitte) und Austria Salzburg (West) auf der Strecke.

Zuversicht bei Ritzing-Chef Harald Reißner

Warum die Bundesliga dem SC Ritzing (sechs Spiele vor Schluss sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Parndorf) keine Lizenz erteilte, lag laut Obmann Harald Reißner an nicht oder nur zum Teil anerkannten Unterlagen für die Saison 2015/16.

Der Boss des SC Ritzing stellte dazu bei einer Aussendung klar, dass Rechtsanwalt Wolfgang Rebernig beauftragt wurde, alle Notwendigkeiten im Protestverfahren zu begleiten. Reißner: „Wir haben wirtschaftlich alle Voraussetzungen für einen Aufstieg geschaffen, alle Bilanzen wurden vom Wirtschaftsprüfer bestätigt und das Eigenkapital ist positiv. Bei den noch fehlenden Verträgen handelt es sich um zirka 10 % des Budgets. Die nicht anerkannten Unterlagen werden nunmehr ergänzt und  nachgereicht und ich kann damit zuversichtlich sein, die Lizenz in 2. Instanz zu erhalten, damit einem möglichem Aufstieg nichts mehr im Wege steht.“

Im gleichen Atemzug lobte Reißner die sportliche Entwicklung des Vereins und bestätigte abschließend: „Ungeachtet einer Qualifikation für den Aufstieg stelle ich zusätzliche  Mittel zur Verfügung, um die Infrastruktur im Sonnenseestadion weiter zu verbessern, die Voraussetzungen für einen Profibetrieb in Ritzing zu schaffen und vor allem die Mannschaft weiterzuentwickeln.“

Protestfrist läuft jetzt bis zum 11. Mai

Der SC Ritzing kann bis zum 11. Mai schriftlich Protest einlegen, das wird auch passieren. Laut Abschnitt 5.4. der Bestimmungen gilt hier: „Neues Vorbringen und neue Beweismittel sind nur bis zum Ablauf der Protestfrist zulässig. Änderungen des geprüften Jahresabschlusses oder betragsmäßige Änderungen der Budgetpositionen … sind jedoch unzulässig.“

Die Entscheidung des Protestkomitees (2. Instanz) erfolgt dann bis Samstag, 16. Mai. Sollte bis dahin keine Lizenz erteilt werden, bleibt noch der Gang zum Ständigen Neutralen Schiedsgericht. Bis 29. Mai steht dann auch die letztinstanzliche Entscheidung fest.