Erstellt am 28. November 2014, 06:32

von Bernhard Fenz

SC Ritzing: Warten bis Weihnachten. Die Entscheidung im laufenden Insolvenzverfahren verzögert sich – erst muss Klarheit mit der Arbeiterkammer folgen.

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Am vergangenen Montag um 10.40 Uhr hätte am Landesgericht Eisenstadt über die Zukunft des SC Ritzing entschieden werden sollen. Dieser Tag war festgelegt worden, um den vom Verein vorgelegten Sanierungsplan im laufenden Insolvenzverfahren (mittlerweile ein Verfahren ohne Eigenverwaltung mit einer Mindestquote von 20 Prozent) abzusegnen – oder eben nicht.

Unterschiedliche Ansichten von Verein und AK

Daraus wurde aber nichts, weil der Termin auf 22. Dezember verschoben wurde. In der Ediktsdatei liest sich die Begründung folgendermaßen: „Erstreckte Sanierungsplantagsatzung, weil der Schuldner eine Verbesserung des Sanierungsplanvorschlags, insbesondere durch Erlag einer Barquote, in Aussicht gestellt hat und die Dienstnehmeransprüche noch nicht abschließend geklärt sind.“

Hintergrund sind laut Ritzing-Obmann Harald Reißner unterschiedliche Ansichten zwischen Verein und Arbeiterkammer (AK, die insgesamt elf ehemalige Spieler vertritt): „Das betrifft vor allem das Thema Urlaubsentschädigung. Unserem Verständnis nach können etwa Spieler nur auf Urlaub gehen, wenn auch die gesamte Mannschaft Urlaub hat – es gibt hier keine Einzelansprüche.“

AK-Pressesprecher Bernhard Ozlsberger bestätigte, dass es sich um elf Spieler handle, „mehr wollen wir nicht kommentieren – erst soll alles geklärt werden.“

571.000 Euro deutlich nach oben erweitert

Die Gespräche mit den Vertretern der Arbeiterkammer seien jedenfalls konstruktiv, wie Reißner klarstellte. „Es geht darum, dass hier eine Zahl herauskommt, die für beide Seiten akzeptabel ist. Wir wollen keinen Betrag, der nicht der Realität entspricht.“ Zudem werden seitens des SC Ritzing im Sinne der nötigen Barquote entsprechende finanzielle Mittel zur anfänglichen Tilgung der Schulden bereitgestellt.

Apropos Schulden: Die beraumen sich mittlerweile nicht mehr auf die zu Verfahrensstart im Juli kolportierten 571.000 Euro. Alleine die Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK) habe laut Reißner mittlerweile Forderungen in der Höhe von 450.000 Euro eingebracht.

Und der Boss des Vereins, im Zivilberuf Chef des I&T-Unternehmens in Siegendorf, hat selbst Forderungsanmeldungen eingebracht – wegen des Eigenkapitals, das in den Verein bislang geflossen ist und das übrigens höher als der Betrag der BGKK sei.

Angenommen wird der Sanierungsplan dann, wenn so viele Gläubiger zustimmen, denen mehr als 50 Prozent der Masse zugeschrieben werden. BGKK-Direktor Christian Moder hat schon Ende Oktober klargestellt: „Die Motivation, einer Quote von 20 Prozent zuzustimmen, schwindet.“ Masseverwalter Adalbert Hausmann: „Noch sind Dienstnehmerforderungen zu prüfen. Ich arbeite auf Hochdruck.“