Erstellt am 04. September 2011, 15:06

Scharner fordert von ÖFB-Team Mut zur Selbstkritik. Paul Scharner ist ein Mitwirken am 2:6 der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft am Freitag in Gelsenkirchen gegen Deutschland erspart geblieben. Der West-Bromwich-Legionär fehlte wegen einer Sperre und sah das Debakel von der Tribüne aus, verzichtete jedoch vor dem EM-Qualifikations-Heimspiel am Dienstag gegen die Türkei auf Vorwürfe an seiner Mitspieler.

"Wir sitzen alle im gleichen Boot, da kann man sich nicht ausnehmen, wenn man auf der Tribüne sitzt", sagte der Niederösterreicher, sprach aber dennoch den Kardinalfehler des ÖFB-Teams an. "Der Hebel ist da anzusetzen, dass wir im Block gut stehen und dem Gegner nicht viele Räume lassen."

In diesem Zusammenhang sei jeder Spieler gefordert, sich mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen, was zuletzt offenbar nicht immer der Fall war. "Die Selbstkritik ist im Fußball generell nicht hoch. Aber ich weiß auch nicht, ob es gut ist, wenn immer die Fetzen fliegen", sagte Scharner.

Der 35-fache ÖFB-Internationale vermutete, dass mittels Videostudiums die Fehler aus dem Deutschland-Match noch einmal aufgearbeitet werden. Allzu sehr dürfe man am missratenen Auftritt vom Freitag jedoch nicht knabbern. "Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um längerfristig zu denken, jetzt steht das Türkei-Spiel im Mittelpunkt."

"Wir werden uns voll reinhauen und versuchen, ein gutes Ergebnis zu machen, auch wenn es schwierig wird. Die Türken sind auswärts fast besser, weil sie da weniger Druck haben", erklärte der 31-Jährige, der wohl im zentralen Mittelfeld agieren wird. In dieser Position trägt Scharner maßgebliche Verantwortung dafür, dass die Formationen nicht ähnlich auseinanderklaffen wie gegen Deutschland und einige Kicker blindlings nach vorne stürmen. "Es ist auffällig, dass wir unter die Räder kommen, wenn wir gegen Top-Mannschaften mitspielen wollen", warnte der England-Legionär.