Erstellt am 06. Januar 2013, 22:29

Schlierenzauer gewann erneut Vierschanzen-Tournee. Gregor Schlierenzauer stand jubelnd im Bischofshofener Regen und genoss das Bad inmitten der 20.000 Fans.

Einen Tag vor seinem 23. Geburtstag fixierte der Tiroler mit 13,0 Punkten Vorsprung auf den Norweger Anders Jacobsen seinen zweiten Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee und den fünften eines ÖSV-Skispringers in Serie. Damit nicht genug, feierte der erfolgreiche Titelverteidiger zum Abschluss der 61. Auflage auch noch seinen insgesamt 45. Weltcupsieg, den neunten bei der Tournee. Lokalmatador Stefan Kraft holte als Dritter seinen ersten Podestplatz. Ein Jahr zuvor hatte sich der Stubaier seinen Kindheitstraum vom Tourneesieg erfüllt. Er könne es nun entspannter angehen, meinte er im Vorfeld. Und erwies sich neuerlich als der Beste, als ein Muster an Konstanz.

Jacobsen war jedoch bis zuletzt ein großer Gegner. Der Sieger von 2007 gewann die ersten zwei Stationen, doch Schlierenzauer drehte nach zwei zweiten Plätzen auf seiner Heimschanze das Blatt und ging als Spitzenreiter ins Finale.

In Bischofshofen, einer Fliegerschanze, ließ er sich als ÖSV-Solist in der Tourneewertung den Vorsprung von 10,7 Punkten nicht mehr nehmen. Zur Halbzeit mit 133 Metern um 0,8 Zähler vor Jacobsen Spitze, musste er im enorm spannenden Finale eine Sonderleistung zeigen. Denn der Herausforderer legte die Bestweite von 139 Metern vor - Schlierenzauer konterte mit 137,5 Metern. Das reichte, um den neuerlichen Coup perfekt zu machen. Nach dem 45. Sieg fehlt nur noch ein Erfolg auf die Bestmarke des Finnen Matti Nykänen. Jacobsen stand mit Tom Hilde, dem Gesamt-Dritten, im Auslauf und klatschte Schlierenzauer Beifall.

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner jubelte am Ende mit seinem Athleten. "Es ist unheimlich wohltuend, dass Gregor für unseren fünften Sieg in Folge gesorgt hat, das ist Rekord, und dass Stefan Kraft richtig aufgezeigt hat." Der 19-Jährige aus dem benachbarten Schwarzach hatte in seinem erst dritten Weltcup-Bewerb das Podest erreicht und konnte sein Glück nicht fassen.

Der zweifache Bischofshofen-Sieger Thomas Morgenstern schaffte mit dem sechsten Platz seine beste Tournee-Platzierung als Vater, Wolfgang Loitzl verpatzte hingegen das Finale und fiel vom sechsten auf den 18. Platz zurück. Nach dem Sturz und Ausfall von Manuel Fettner in der Qualifikation am Samstag war Andreas Kofler in der Gesamtwertung als 15. (Tages-13.) der zweitbeste Österreicher, unmittelbar vor Morgenstern. Beide hatten wie Loitzl (17.), ebenfalls ein Tourneesieger, einen Sprung weniger in die Wertung gebracht.