Erstellt am 03. Februar 2013, 12:52

Schlierenzauer nach 47. WC-Sieg neuer Rekordhalter. Gregor Schlierenzauer ist der erfolgreichste Athlet in der Geschichte des Skisprung-Weltcups.

Der gerade einmal 23 Jahre alt gewordene Tiroler landete am Sonntag beim Skifliegen in Harrachov seinen 47. Einzelsieg und übertraf damit die bisherige Rekordmarke des Finnen Matti Nykänen (46). "Jetzt darf ich es sagen. Ich glaube, ich bin eine Legende", sagte der sichtlich emotionalisierte Überflieger.
Schlierenzauer setzte sich in einem von schwierigen Windbedingungen beeinträchtigten Krimi 0,3 Punkte vor Robert Kranjec durch. Danach ließ er einen Jubelschrei los, der erahnen ließ, wie viel ihm der Rekord bedeutet. Die bedeutsame Nummer 47 war alsdann auch bald auf den Sprungski geschrieben. Am Sonntagnachmittag (14.00 Uhr) hatte Schlierenzauer sogar noch die Chance, seine Marke in einem weiteren Fliegen nach oben zu schrauben.

Skiflug-Weltmeister Kranjec hatte ihm ein packendes Duell geliefert. Nach 193,5 Metern und knapper Führung im ersten Durchgang segelte Schlierenzauer im Finale auf 211 Meter, musste nach einem Kacherl-Aufsprung aber zittern. "Es ist unglaublich schön", jubelte der Stubaier, der 12 seiner 47 Weltcupsiege auf Skiflug-Schanzen eingefahren hat. "Das ist etwas, das man nicht planen kann. Das Leben ist ziemlich geil zur Zeit."

Den Rekord fixierte er auf den Tag genau 74 Monate nach seinem ersten Weltcupsieg am 3. Dezember 2006 in Lillehammer. Mit seinen jungen Jahren scheinen Schlierenzauer keine Grenzen gesetzt. Kein Springer vor ihm hat dem Weltcup in dieser Manier seinen Stempel aufgedrückt. "Alles, was jetzt noch kommt, ist gut für meine Fotogalerie", sagte der begeisterte Fotograf. Die nordische WM in zwei Wochen in Val di Fiemme etwa.

Zahlreiche Topspringer hatten das Skifliegen in Tschechien ausgelassen, um sich bestmöglich auf das Großereignis vorzubereiten - darunter auch die ÖSV-Asse Thomas Morgenstern und Andreas Kofler, der Deutsche Severin Freund oder die stärksten Norweger. Auf der schwierigen Certak-Schanze traten nur vier der besten zehn Athleten im Weltcup an. Wolfgang Loitzl wurde Siebenter, Martin Koch belegte Rang zehn.

Schlierenzauer nutzte es, um seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter auszubauen. Der im Vorjahr knapp verpasste Titel scheint dem zweifachen Sieger der Vierschanzentournee kaum mehr zu nehmen.