Erstellt am 10. März 2013, 16:25

Schlierenzauer noch nicht Weltcup-Gesamtsieger. Für Österreichs Skispringer war der Weltcup-Schauplatz Lahti, wo 2017 die WM-Medaillen vergeben werden, nicht wirklich eine Reise wert. Nach dem enttäuschenden vierten Rang im Teambewerb landete am Sonntag im Einzelbewerb kein einziger ÖSV-Adler in den Top Ten. Gregor Schlierenzauer wurde als bester 15. und verpasste damit vorerst die Fixierung seines zweiten Gesamt-Weltcup-Siegs.

Der Tagessieg ging an den Deutschen Richard Freitag, der seinen zweiten Saison-Sieg bzw. dritten Weltcuperfolg überhaupt mit Weiten von 126,5 und 128,5 mit 7,3 Punkten Vorsprung auf Anders Bardal feierte. Der Norweger wahrte damit als letzterer Herausforderer von Schlierenzauer die theoretische Chance auf die große Kristallkugel. Doch Schlierenzauer hat fünf Einzelbewerbe vor Saisonschluss 474 Zähler Vorsprung, ihm ist der zweite Gesamt-Weltcupsieg so gut wie nicht mehr zu nehmen. Schon am Dienstag in Kuopio könnte die Entscheidung fallen.

Auf dem dritten Tagesrang landeten ex aequo Anders Jacobsen (NOR) und Severin Freund (GER).

Für die Österreicher, die bei der WM im Val di Fiemme mit Mannschafts-Gold sowie dem Mixed-Silber und Schlierenzauers Einzelsilber von der Normalschanze mit drei Medaillen heimgereist waren, setzte sich der Gesamttrend in Abwesenheit des verletzten Thomas Morgenstern fort. Von den sechs ÖSV-Springern schafften Stefan Kraft und Andreas Kofler nicht den Sprung ins Finale der Top 30. Nur Manuel Fettner (17.), Wolfgang Loitzl (21.) und Michael Hayböck (27.) holten noch Weltcuppunkte.

"Auch der vierte Platz gestern hat uns nicht geschmeckt. Das war sicher nicht unserer Wochenende", sagte Cheftrainer Alexander Pointner am Sonntag zur APA - Austria Presse Agentur. "Jetzt müssen wir noch einmal alles mobilisieren, um in den kommenden zwei Wochen eine andere Performance zu springen."

Nun muss die Pointner-Truppe sogar noch um den fast schon zum Abonnement gewordenen Sieg im Nationencup zittern: Nur noch 14 Punkte Vorsprung auf Norwegen bzw. 182 auf Deutschland versprechen ein spannendes Finish um diesen Prestige-Titel. "Seit ich Cheftrainer bin, haben wir den Nationencup durchgehend immer gewonnen", wusste Pointner von acht Siegen en suite. "In einer Saison, in der der eine oder andere Siegspringer nicht in Tritt gekommen ist, kann es natürlich sein, dass es spannend wird. Aber wir werden es sicher nicht kampflos aus der Hand geben", erklärte Pointner.