Erstellt am 12. März 2013, 20:51

Schlierenzauer sicherte sich Weltcup-Gesamtsieg. 469 Zähler Vorsprung auf Anders Bardal und nur noch vier Einzelbewerbe stehen auf dem Programm: Gregor Schlierenzauer hat sich am Dienstag in Kuopio mit dem fünften Tagesrang zum zweiten Mal nach 2008/09 zum Gesamt-Weltcup-Sieger gekürt. Der 23-jährige Tiroler, der heuer bereits acht Saisonsiegen gefeiert hat, kann damit entspannt in die restlichen Bewerbe gehen.

Der Tagessieg ging überlegen an Großschanzen-Weltmeister Kamil Stoch. Der Pole segelte auf 135 und 129 m und verwies den Japaner Daiki Ito um 10,9 Punkte auf Rang zwei. Weitere zwei Zähler dahinter wurde der Deutsche Severin Freund Dritter. Für Stoch war es der erste Weltcupsieg in der zu Ende gehenden Saison und sein insgesamt sechster.

Anders Bardal landete 0,2 Punkte unmittelbar vor Schlierenzauer in der Tageswertung auf Rang vier, doch die Aufholjagd war eigentlich schon im Vorfeld nur noch eine theoretische. Zu groß war der Vorsprung des seit heuer auch zweifachen Siegers der Vierschanzen-Tournee, der zuletzt zwar nicht mehr in Hochform, aber immer noch konstant genug agierte.

"Es kann immer etwas dazwischenkommen. Man ist ja auch vor Verletzungen nicht gefeit, wie man bei Thomas Morgenstern gesehen hat. Deswegen kann man es erst sagen, wenn man die Sachen erreicht hat", zeigte sich Cheftrainer Alexander Pointner nach der Fixierung des Gesamtsiegs erleichtert. "Gregor hat mit einer sehr guten Leistung bei einem sehr schwierigen Wettkampf den Sack zugemacht, und ich möchte ihm von Herzen gratulieren."

Mit kleinen Änderungen in der Anfahrtsposition hat Schlierenzauer wieder zu einem stabileren set-up gefunden. "In Lahti sind wir draufgekommen, dass wir uns im Kreis drehen", meinte Pointner. "Es geht um eine andere Anfahrtsposition auch vom Spannungsverhältnis", verriet der Tiroler. "Es war an der Zeit, dass Gregor da selbst wieder die Zügel in die Hand nimmt, und das hat sehr gut funktioniert."

Stefan Kraft als Sechster und Wolfgang Loitzl, der sich von Platz 20 auf 11 katapultierte, retteten gemeinsam mit Schlierenzauer vorerst auch die Führung im Nationencup. Die ÖSV-Mannschaft führt nun 32 Punkte vor Norwegen. "Es hat jeder gekämpft, speziell Stefan Kraft und Wolfgang Loitzl, der in Lahti krank war. Man sieht, dass es auch funktioniert, wenn einige Topspringer nicht in Form oder nicht da sind."

Mit Manuel Fettner, der hauchdünn am Einzug ins Finale gescheitert war, und dem völlig außer Form befindlichen Andreas Kofler mussten zwei der sechs ÖSV-Adler im Finale zuschauen, und Michael Hayböck verpatzte den zweiten Sprung mit 103 m.

Die Saison wird nun am Freitag mit dem zum Team stoßenden Martin Koch in Trondheim bzw. Sonntag in Oslo fortgesetzt, ehe es am Wochenende darauf beim traditionellen Saisonfinale auf der Skiflug-Schanze in Planica auch noch um die kleine Weltcup-Kristallkugel für die Skiflugwertung geht. Auch in diesem Klassement führt Schlierenzauer 98 Punkte vor Robert Kranjec (SLO).