Erstellt am 08. August 2012, 12:43

Schuring/Schwarz wollen "Traum wahr machen". Sie sind die größten verbliebenen Medaillenhoffnungen. Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz paddeln am Donnerstag (11.42 Uhr) nicht nur um die Ehrenrettung Österreichs bei den Olympischen Spielen in London, sondern vor allem um die Erfüllung eines persönlichen Traums.

 Im Flachwassersprint über 500 m ist den Oberösterreicherinnen Edelmetall zuzutrauen, Topfavoriten sind im Kajak-Zweier aber andere. Schuring/Schwarz sind zwar die amtierenden Weltmeisterinnen, auf dem Podest waren sie in dieser Saison über die olympischen Distanz allerdings noch in keinem großen internationalen Rennen. Im Semifinale erzielten sie die fünftschnellste Zeit. "Wir hoffen, dass wir im Finale noch etwas mehr herausholen können", versicherte Schwarz. "Unser Traum ist eine Medaille, den wollen wir wahr machen. Fünf bis sechs Boote kommen dafür infrage."

Die Favoriten kommen aus Ungarn, Deutschland und Polen. Die Ungarinnen Katalin Kovacs/Natasa Douchev-Janics könnten ihr drittes Olympia-Gold in Serie holen, die deutschen WM-Zweiten Franziska Weber/Tina Dietze waren im Semifinale die Schnellsten. Schuring/Schwarz starten auf Bahn 6 - zwischen den Deutschen und den polnischen EM-Dritten Karolina Naja/Beata Mikolajczyk. Hoffnungen machen sich auch China und eventuell Neuseeland.

"Im Finale spielen auch die Nerven eine Rolle", erinnerte Schwarz. "Damit kommen wir normalerweise ganz gut zurecht." Bewiesen haben sie das etwa im WM-Finale 2011 in Szeged, als sie vor Zehntausenden Zuschauern Gold holten - in der schnellsten jemals gefahrenen 500-m-Zeit von 1:37,071 Minuten.

"Wir hoffen, dass nicht alle die mentale Stärke haben", sagte Schwarz. "Einige werden vielleicht die Nerven wegschmeißen. Wir machen uns sicher keinen Druck." Dafür sorgt schon die Öffentlichkeit. Die Kanutinnen wissen darum, als vielleicht einzige Athletinnen medaillenlose Spiele für das ÖOC noch verhindern zu können. "Unser Traum ist so oder so eine Medaille", betonte Schuring. "Die Erwartungshaltung in Österreich ändert da nichts daran."