Erstellt am 07. Mai 2014, 08:00

von Bernhard Fenz, Martin Plattensteiner und Michael Pinter

Schwerer Vorwurf des ASV Nickelsdorf. Fußball | Das neue 2. Liga-Schlusslicht fordert nach dem 0:2 in Mönchhof eine Untersuchung durch den BFV.

Schiedsrichter Christian Dintar steht im Fokus. Foto: Schneeweiß  |  NOEN, Csw
Der beinharte Abstiegskampf hat nach dem Kellerduell am Samstag zwischen Mönchhof und Nickelsdorf eine neue Dimension erreicht. Rein sportlich haben die Gastgeber nach dem 2:0-Erfolg den ASV überholt und mit zwölf Punkten jetzt einen Zähler Vorsprung auf das neue Schlusslicht.

Referee Dintar im Mittelpunkt

Wirklich pikant macht das Duell aber eine Aussendung des ASV Nickelsdorf (siehe Faksimile), im Zuge derer eine Untersuchung des Burgenländischen Fußballverbands gefordert wird.

 Im Mittelpunkt steht Christian Dintar, seines Zeichens Bundesliga-Schiedsrichter des BFV und am Samstag Referee des Abstiegshits. Er soll laut Aussendung „spielentscheidende und haarsträubende Fehler“ begangen haben, „die eines Bundesliga-Schiedsrichters unwürdig sind“.

 
x  |  NOEN, BFV
Obmann Michael Schmickl: „Uns kam es einfach komisch vor, dass jede wichtige Entscheidung im Spiel gegen uns gepfiffen wurde. Wir wünschen uns, dass der BFV eine Untersuchung einleitet, bei der beide Vereine, die Spieler und auch die anwesenden Zuseher zu den Geschehnissen befragt werden, um ein klares Bild zu schaffen. In der Konsequenz müsste der Schiedsrichter zumindest für eine gewisse Zeit gesperrt werden. Dass das Spiel wiederholt wird, damit rechnen wir nicht, das geben die Regeln nicht her.“

„Für mich ist das unverständlich“

Christian Dintar selbst reagierte höchst überrascht, als ihn die BVZ mit der Aussendung konfrontierte: „Für mich ist das unverständlich, alles ist komplett ruhig abgelaufen. Nach dem Schlusspfiff hat es nicht einmal irgendeine Diskussion gegeben.“

Auch die laut Aussendung angeführten „Eklats um den Schiedsrichter“ – ein Elferalarm sowie der Treffer zum 1:0 für Mönchhof – kann Dintar nicht nachvollziehen. „Der vermeintliche Elfer war aus meiner Sicht gar nichts. Dabei rannte der Nickelsdorfer Stürmer in den Strafraum, stieg auf den Ball, rannte weiter und rutschte auf dem gatschigen Untergrund mit beiden Beinen nach vorne weg. Beim Tor zum 1:0 ist ein Freistoß von außerhalb Richtung Tor gegangen. Dabei waren Spieler im Abseits, die aber in keinster Weise den Ball gespielt oder dem Tormann die Sicht verstellt haben – also ein korrektes Tor.“

So oder so. Die Causa liegt nun beim BFV. Dort weiß man noch nicht so recht, wie das wenig transparente Thema in der Praxis behandelt werden soll, auch wenn Geschäftsführer Simon Knöbl klarstellt: „Natürlich haben wir eine Aufsichtspflicht.“

Reaktionen:

„Ich halte mich da raus, nehme das Wort (Manipulation, Anmerkung) gar nicht in den Mund. Ich kann mir das nicht vorstellen. Das erste Tor war meiner Ansicht nach korrekt, der Assistent hatte die Fahne oben, er schaute quasi nur, ob jemand im Abseits steht, es hat aber niemand den Ball mehr berührt.“
Norbert Pammer, Nickelsdorf-Trainer
 
„Nach dem Spiel habe ich mit Dintar geplaudert und auch gesagt, dass meine Mannschaft noch eine Stunde hätte spielen können, ohne einen Treffer zu erzielen – damit meinte ich aber die Leistung der Truppe. Mit unseren Ausfällen und zahlreichen Jugendspielern ist nicht mehr drin.“
Derselbe, der die Schiedsrichterleistung übrigens mit „gut“ bewertete
 
„Wenn ein offizielles Schreiben eintrifft, werden wir die Angelegenheit prüfen. Dass Bundesliga-Referee Christian Dintar grundsätzlich absolut vertrauenswürdig ist, davon ist aber in jedem Fall auszugehen. Sonst könnten wir gleich alle aufhören.“
BFV-Präsident Gerhard Milletich
 
„Solche Anschuldigungen sind unverschämt. Selbst wenn eine sogenannte „Fehlentscheidung“ passiert, ist das noch immer eine Tatsachenentscheidung, die nichts mit Manipulation zu tun hat.“
Günter Benkö, Obmann des Burgenländischen Schiedsrichterkollegiums
 
„Das ist ein Blödsinn des ASV Nickelsdorf. Für mich gab es keine spielentscheidenden Fehler. Nach der Partie hat sich auch keiner vom ASV aufgeregt.“
Jürgen Meidlinger, Mönchhof-Sektionsleiter