Erstellt am 02. August 2011, 10:30

Schwimm-Star Jukic muss sich NADA-Anhörung stellen. Kurzbahneuropameister Dinko Jukic muss sich am Mittwoch wegen einer im Mai nicht zustande gekommenen Dopingkontrolle verantworten.

Kurzbahneuropameister Dinko Jukic muss sich am Mittwoch wegen einer im Mai nicht zustande gekommenen Dopingkontrolle verantworten. Sollte der wegen angeblicher Hygienemängel und Formalfehler von Jukic beanstandete Vorfall von der Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) als Testverweigerung ausgelegt werden, droht dem 22-jährigen Schwimmer eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

Für den bis zum frühen Abend anberaumten Verhandlungstag sind mehrere Zeugeneinvernahmen vorgesehen. So werden neben Jukic unter anderem sein Trainer-Vater Zeljko Jukic, die am 24. Mai im Wiener Stadionbad mit der Blutabnahme betraut gewesene Ärztin und andere Schwimmer ihre Version der Ereignisse darlegen. Erfahrungsgemäß ist bei Fällen dieser Größenordnung mehr als einen Verhandlungstermin nötig. Jukic' Anwalt Ralf Mössler hat unter anderem ein medizinisches Hygiene-Gutachten eingebracht.

Egal wann das Urteil fällt, bei einem Schuldspruch würden Jukic sämtliche Ergebnisse seit dem Vorfall aberkannt werden. Davon betroffen ist auch sein Einsatz in der WM-Kraulstaffel über 4 x 200 m. Womit nicht nur seine eigenen Normen, sondern auch die gemeinsam mit Markus Rogan, David Brandl und Christian Scherübl erreichte Staffel-Olympiaqualifikation Makulatur wäre.

Wird der WM-Siebente tatsächlich freigesprochen, ist durch etwaige Einsprüche der Welt-Anti-Doping-Agentur und des Internationalen Schwimm-Verbandes der Gang in nächste Instanzen möglich. Umgekehrt kann Jukic bei der Unabhängigen Schiedskommission gegen eine etwaige Verurteilung berufen.

Sperrt die NADA den mehrfachen EM-Medaillengewinner für mehr als sechs Monate, aber nicht bis zum Beginn der Olympischen Spiele Ende Juli 2012, darf er laut aktueller Rechtslage in London trotzdem nicht teilnehmen. Das IOC verbietet Sportlern mit Dopingsperren von über sechs Monaten nämlich generell das Antreten bei darauffolgenden Spielen. Diese Regelung könnte aber demnächst vom Internationalen Sportgerichtshof gekippt oder adaptiert werden.