Erstellt am 08. Februar 2012, 00:00

„Sehr spannende Aufgabe“. BURGENLÄNDISCHER FUSSBALLVERBAND / Ex-Parndorf-Trainer Simon Knöbl, seit 1. Februar als neuer BFV-Geschäftsstellenleiter im Amt, spricht über seinen neuen Job.

Generationen-Wechsel: BFV-Geschäftsstellenleiter Hans Schneider (62) und sein Nachfolger Simon Knöbl (33) arbeiten derzeit parallel. Ab 1. April soll Knöbl dann alleine für frischen Wind sorgen.HAFNER  |  NOEN
x  |  NOEN

VON BERNHARD FENZ

BVZ: Sie haben die Seiten gewechselt und sind nun hauptamtlich Angestellter des BFV. Wie war der Einstieg?

Knöbl: Ich habe mir ein erstes Bild gemacht, davor war ich bereits bei einigen Sitzungen dabei. Die Seiten habe ich ja nicht gewechselt. Ich komme vom Büro ins Büro, denn ich war nicht hauptberuflich Trainer. Somit ist die Umstellung keine große.

BVZ: Trotzdem haben Sie das Metier gewechselt. Insofern muss der Schritt doch eine gewisse Umstellung gewesen sein.

Knöbl: Der Hintergrund meiner Bewerbung war, das Produkt Fußball zum Beruf zu machen – bisher waren meine Produkte Rolltreppen oder Stapler. Ich bin aber die Personalführung gewohnt, das wird jetzt im Sportlichen Haus beziehungsweise im Verband nicht anders sein. Die Aufgabe selbst finde ich sehr spannend. Ich wurde nicht nur für das Kaufmännische, sondern auch für das Sportliche geholt.

BVZ: Was meinen Sie konkret?

Knöbl: Der Verband ist bei der Akademie, sämtlichen weiteren Nachwuchseinrichtungen oder Traineraus- und -fortbildungen dabei. In dieser Richtung habe ich in den letzten Jahren ein entsprechendes Fachwissen aufgebaut, daher will ich mich da auch einbringen – wenn es die Zeit erlaubt. Die Hauptaufgabe ist aber natürlich, das Tagesgeschäft in den Griff zu bekommen, was die kaufmännische Seite betrifft.

BVZ: Sind die Arbeitsabläufe im BFV verbesserungswürdig?

Knöbl: Einige Punkte kann man sicher straffen und effizienter gestalten. Es wird etwa noch alles manuell abgerechnet – ich bin da ein Freund der Computer-Hilfe.

BVZ: Wie wurden Sie aufgenommen? Spüren Sie Gegenwind?

Knöbl: Es bläst draußen ein kalter Wind (lacht). Sonst ist alles gut, von der ersten Sekunde an war der Eindruck absolut positiv. Ich wurde offen aufgenommen.

BVZ: Böse Zungen werden aber immer wieder daran erinnern, dass Sie als Ex-Parndorf-Trainer nun BFV-Geschäftsstellenleiter sind – und Parndorf-Obmann Gerhard Milletich ab 3. März neuer BFV-Präsident ist.

Knöbl: Dass geredet wird, kann man nicht verhindern. Es wäre aber in jeder Konstellation geredet worden, etwa, wenn jemand Geschäftsstellenleiter geworden wäre, der von der Materie Fußball vielleicht weniger Ahnung gehabt hätte. Darüber zu diskutieren ist müßig, es gibt ohnehin klare Bestimmungen und Regeln bei der Bestellung, die eingehalten werden müssen.

BVZ: Bewerten Sie diesen Job als Sprungbrett oder sehen Sie die Aufgabe längerfristig?

Knöbl: Meine Pläne sind immer langfristig. Ich habe kein Problem damit, wenn das der letzte Jobwechsel war. Für mich ist das eine dauerhafte Geschichte – natürlich muss ich meine Leistung dafür auch erbringen.

BFV: In der Praxis arbeiten Sie bis Ende März an der Seite von Noch-Geschäftsstellenleiter Hans Schneider.

Knöbl: So ist es geplant. Ich schaue mir jetzt laufend das Tagesgeschäft an, damit ich die Abläufe dann genau kenne, wenn ich alleine die Geschäfte führe.

BVZ: Schneider ist vor allem bekannt als das personifizierte Fußball-Regelbuch. Muss man als Geschäftsstellenleiter das alles wissen?

Knöbl: Dieses Wissen kann man sich nur durch Erfahrung aneignen. Was Hans Schneider hier weiß, wissen wahrscheinlich österreichweit in seiner Position die wenigsten. Zum Glück hat er das zu Buche gebracht. Meine Aufgabe wird sein, alles so zu protokollieren, dass ein oder mehrere Personen schnellstmöglich auf die Infos zugreifen und Auskunft geben können.

BVZ: Ziel ist also, den Verband als schnelle, kompetente Service-Stelle zu etablieren?

Knöbl: Soweit ich das gesehen habe, wird den Vereinen schon jetzt geholfen. Vielleicht kann man noch aktiver auf die Klubs zugehen, die Neuen Medien noch mehr nutzen und hier schnellere Wege finden – das ist aber nur einmal meine erste subjektive Wahrnehmung.