Erstellt am 19. September 2012, 00:00

„Sich nicht ärgern wäre Stillstand“. Tipp3 Bundesliga / Martin Pucher ist nach dem 2:4 gegen Austria sauer. Aber: Der SVM-Boss kann auf hohem Niveau kritisieren.

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Von Bernhard Fenz

Die mit dem Umbau der Profitruppe sportlich mageren Jahre sind vorbei. Mattersburg punktete bislang fleißig, kann sich den beginnenden Abstiegskampf unbeteiligt und von oben herab ansehen und schnuppert neue Höhenluft in der ersten Tabellenhälfte.

Diese erfreuliche Gesamtbilanz ist trotzdem punktuell nicht viel wert, wenn es Unerfreulichkeiten wie das 2:4 gegen die Austria gibt. Martin Pucher lag die Niederlage im Magen, denn: „Ein X wäre verdient gewesen. Die Austria hat zwar 20 Minuten nach der Pause klar dominiert, beim 2:2 hatten wir aber die Chance auf das 3:2 (Anm.: Thorsten Röcher scheiterte alleine vor Gäste-Goalie Heinz Lindner). Machen wir das Tor, haben wir die zweite Luft und gewinnen. So lief es anders.“ Nachsatz: „Einige Schiri-Entscheidungen waren ein Witz.“

Besonders bittere Eckpfeiler für Pucher: Austrias Kaja Rogulj hätte in der ersten Minute beim Foul am durchbrechenden Patrick Bürger Rot wegen Torraubs sehen müssen. Außerdem war in Hälfte zwei das Foul von Tomas Simkovic an Manuel Seidl auf der Linie und somit innerhalb des Sechzehnmeterraums.

Hosiners Tor zum 1:1 „völlig in Ordnung“ 

Übrigens: Dass Doppeltorschütze Philipp Hosiner beim Angriff zum 1:1 erst knapp im Abseits gestanden war und die weiterlaufende Szene dann nach dem Querpass abschließen konnte, war laut Burgenlands Schiriboss Günter Benkö („Der Torraub an Bürger war glasklar“) völlig in Ordnung: „Er hat sich im passiven Abseits befunden, der Ball wurde nicht in seine Richtung gespielt. Ab dann gibt es sofort eine neue Spielsituation, auch wenn der gleiche Angriff läuft – so lautet die Regel.“

In jedem Fall erlebten die SVM-Verantwortlichen eine pikante Mixtur. Hier ein Leistungsabfall der Grün-Weißen nach der Pause, dort Entscheidungen der Unparteiischen. So oder so war die Begegnung höchst unterhaltsam, Pucher kann also auf hohem Niveau kritisieren. Ärgerlich war die Angelegenheit für den 56-jährigen Bankdirektor aber allemal. „Sich nicht ärgern, wäre ja Stillstand. Für uns geht es jetzt auch um das nächste Heimspiel gegen Salzburg. Dazwischen liegen zwei Auswärtspartien – wenn du gegen die Austria punktest, gehst du wahrscheinlich anders in das Admira-Match.“

So sind für Mattersburg am Samstag in der Südstadt und eine Woche später in Wiener Neustadt Punkte insofern wichtig, als die Elf von Franz Lederer den Anschluss an die Spitzengruppe halten sollte.

SVM-Präsident Martin Pucher trauerte zumindest einem X nach.

Fenz