Erstellt am 12. Februar 2014, 07:50

von Martin Ivansich und Daniel Fenz

„Sie ist extrem fokussiert“. Premiere / Erstmals ist der Forchtensteiner Tom Weninger als Chefcoach des ÖSV-Snowboard-Parallel-Teams bei Olympischen Spielen. Seinem Team und Julia Dujmovits traut er einiges zu.

Zielstrebig. Tom Weninger, ÖSV-Chefcoach des Parallel-Snowboard-Weltcupteams, hat seine Ziele für die Olympischen Spiele abgesteckt. Er will an der Seite seiner Schützlinge mit Edelmetall im Gepäck die Heimreise antreten. Die Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt verlief für den Forchtensteiner und sein Team optimal. Foto: Gepa GEPA-12021382008 - KRASNAJA POLJANA,RUSSLAND,12.FEB.13 - SNOWBOARD - FIS Weltcup, Parallel Slalom, Training der Herren. Bild zeigt Trainer Tom Weninger (AUT). Keywords: X-treme Park, Rosa Chutor. Foto: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber  |  NOEN, GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber
Von Martin Ivansich und Daniel Fenz

„Das Olympia-Feeling ist schon da, auch wenn wir noch nicht in Sotschi sind“, regiert bei Tom Weninger bereits die Vorfreude. Der Forchtensteiner reist mit seinem Team am Samstag nach Russland, wo ab Sonntag für die beiden Bewerbe am 19. und 22. vor Ort trainiert wird.

Feinschliff auf dem Kreischberg

Nach Turin 2006 – dort war Weninger als Co-Trainer dabei – sind es nun seine zweiten Olympischen Spiele. Speziellen Druck als Cheftrainer verspürt der Burgenländer aber nicht: „Ich gehe es so an wie bei einem Weltcup-Rennen. Man will einfach immer vorne dabei sein.“

Den letzten Feinschliff für die Medaillenjagd holten sich seine Schützlinge  — unter ihnen die burgenländische Hoffnung Julia Dujmovits — in der vergangenen Woche am Kreischberg.

„Dort haben wir eine sehr gute Trainingswoche absolviert – mit dem Schwerpunkt Übergang vom Flachen ins Steile und umgekehrt.“ Darauf wird es für den Forchtensteiner bei den Spielen nämlich ankommen: „Das hat man beim Weltcup-Olympia-Test im letzten Jahr gesehen. Bei den Übergängen kann man eben viel Zeit gewinnen, aber natürlich auch liegenlassen.“

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Außerdem ist die Strecke in Sotschi länger als bei den meisten Weltcup-Rennen. „Es wird auch auf die Athletik und die Kondition ankommen. Speziell in den entscheidenden Läufen werden diese Faktoren eine Rolle spielen. Wir sind jedenfalls bestens gerüstet.“

Mit dabei im rot-weiß-roten Team sind diesmal auch die beiden Medaillengewinner der letzten Spiele in Vancouver: Benjamin Karl und Marion Kreiner. Zwei Medaillen — geht es nach Weninger — soll es auch diesmal geben: „In Österreich zählt jeder die Medaillen. Die Erwartungshaltung ist sicher groß. Das ist auch berechtigt. Zwei Medaillen und vielleicht noch eine mehr wäre ein wunderbares Ergebnis.“

„Julia ist in einer tollen Verfassung“

Der Coach, der seit 2001 beim ÖSV arbeitet und seit 2011 das Amt des Cheftrainers innehat, ist sich aber auch bewusst: „Man kann keine Medaillen planen. Es wird auch auf die Tagesverfassung ankommen.“

Zur burgenländischen Medaillenkandidatin Julia Dujmovits meint der Betreuer des Weltcupteams: „Sie ist extrem fokussiert, hat sich in allen Belangen hervorragend darauf vorbereitet und mit ihren letzten Weltcup-Ergebnissen (Anm.: drei Podestplätze en suite) Selbstvertrauen getankt.“

Dujmovits fliegt jedenfalls hoch motiviert und optimistisch zu ihrer ersten Olympia-Teilnahme: „Es kann im Rennen natürlich jeder gewinnen, da alle Teilnehmerinnen gut Snowboard fahren. Ich weiß, dass ich es drauf habe und eine Medaille holen kann.“ Diese Zuversicht teilten übrigens auch in der vorwöchigen BVZ-Umfrage viele der Befragten.