Erstellt am 05. März 2016, 20:26

von Bernhard Fenz

Sieges-Comeback im Pappelstadion!. Sechs Bundesliga-Heimspiele in Folge (das ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen St. Pölten nicht zu vergessen) mussten die Fans des SV Mattersburg warten, um im Pappelstadion endlich wieder einen vollen Erfolg ihres SVM bejubeln zu können.

 |  NOEN, Martin Ivansich

Nach dem 2:1 gegen Altach am 24. Oktober 2015 schafften die Profis am Samstag gegen Sturm Graz einen 1:0-Sieg. Es war noch dazu der zweite Dreipunkter gegen die Steirer in dieser Saison, das erste Duell im Burgenland gewann Mattersburg im September 2015 mit 2:0.   
 
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MATTERSBURG – STURM GRAZ 1:0. Rund 40 Minuten lang musste sich die Besucher auf den Rängen quasi selbst beschäftigen, um gut unterhalten zu werden. So lange hatte das Spiel wenig bis nichts zu bieten, von vereinzelten kurzen Glanzlichtern mal abgesehen. Bereits nach 51 Sekunden hatte nämlich Markus Pink die Führung am Fuß, Sturm-Goalie Michael Esser war aber  zur Stelle.

Einmal kam im Lauf der ersten Halbzeit noch Markus Pink nach einer Flanke etwas zu spät, auf der Gegenseite knallte Daniel Offenbacher nach der einzig richtig schönen Sturm-Kombination über mehrere Stationen den Ball nur knapp am SVM-Gehäuse vorbei. 

Fünf Minuten reichten vor der Pause

 Das war es im Großen und Ganzen schon. Also musste unter diesen lauen Voraussetzungen ein sportlicher Zufall oder ein individueller Fehler her, um vor der Pause noch Zählbares zu holen. So kam es dann auch. 40. Minute: Thorsten Röcher flankte aus der Drehung, Esser ließ den harmlosen Ball unter seinem Körper durch und Pink sagte Danke – 1:0.

Innerhalb dieser letzten fünf Minuten im ersten Durchgang war dann tatsächlich mehr los als eine knappe Dreiviertelstunde davor, als etwa Mattersburg-Tormann Markus Kuster nach einer Flanke mit der Faust einschreiten musste oder auf der Gegenseite ein energischer Vorstoß von Manuel Prietl inklusive Pass in die Mitte keinen Abnehmer fand.

x  |  NOEN, Martin Ivansich

Nach Wiederbeginn war dann aber vom Start weg klar zu erkennen, dass die Grazer ernst machten und mit dem Auftrag einer Druckerhöhung am Platz standen. Erst wurde ein Kopfball am Fünfer geblockt, dann scheiterte der eingewechselte Donis Avdijaj gleich dreimal, etwa mit einem Schuss an Kuster, dann mit einem Heber über das Tor und dann nach einer Vorlage von Marvin Potzmann per Volleyabschluss, Letzteren parierte Kuster glänzend.

Auch Bright Edomwonyi konnte den SVM-Schlussmann aus bester Einschusslage nicht bezwingen. Apropos beste Einschusslage: Die nützte wiederum den Gastgebern bei einem ihrer (im Laufe des Spiels immer weniger werdenden) Gegenstöße nicht: Thorsten Röcher scheiterte im Eins-gegen-Eins an Esser.
Und weil die Steirer im Finish den Druck nicht mehr entscheidend weitererhöhen konnten, brachte der SVM die drei Punkte am Ende doch noch relativ locker über die Zeit. Weiter geht es nach diesem Erfolg am kommenden Samstag mit dem Auswärtsspiel bei Schlusslicht Grödig. 

Stastistik

MATTERSBURG – STURM GRAZ 1:0 (1:0).- Torfolge: 1:0 (40.) Pink.
Gelb: Mahrer (80., Foul); Kamavuaka (22., Foul), Gruber (61., Foul).
SR: Lechner.- Pappelstadion, 3.600.
Mattersburg: Kuster; Farkas, Malic, Mahrer, Novak (62. Maksimenko); Jano, Erhardt (56. Höller), Prietl, Röcher; Pink (76. Rath), Bürger.
Sturm Graz: Esser; Potzmann, Avlonitis, Spendlhofer, Lykogiannis; Kamavuaka, Offenbacher (46. Avdijaj); Horvath, Stankovic (61. Gruber), Dobras (77. Klaric); Edomwonyi.

Stimmen zum Spiel

Mattersburg-Trainer Ivo Vastic: „Wir haben unter der Woche mit vielen personellen Problemen wegen Krankheiten zu kämpfen gehabt und diesmal alles reingeworfen, was drin war. Vor der Pause hatten wir die eine oder andere gute Möglichkeit, nach der Pause war Sturm Graz spielbestimmend. Die gesamte Defensive hat heute sehr gut gearbeitet - und der Goalie ist auch ein Teil dieser Defensive, dafür haben wir ihn. Das alles war der Schlüssel zum Erfolg – und das Glück haben wir uns heute auch erarbeitet und erlaufen.“
 
Sturm-Trainer Franco Foda: „Besser kannst du auswärts nicht Fußball spielen wie wir in der zweiten Halbzeit. Das ist natürlich extrem bitter. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, wir sind dann leider durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten. Nach der Pause war es ein Spiel auf ein Tor, aber wir haben eben die Chancen nicht genutzt. Ich habe nach wie vor Vertrauen in meine Spieler, die allesamt sehr jung sind. “ 

Nedeljko Malic: „Die Erleichterung ist riesig. Wir sind massiv unter Druck gestanden, weil wir schon so lange nicht mehr daheim gewonnen haben. Ein Kompliment an die gesamte Mannschaft, vor allem an Goalie Markus Kuster.“
 
Philipp Erhardt
: „Es war ein immens wichtiger Sieg. Die Mannschaft hat bis zum Abpfiff, auch als die Kraft schon extrem nachgelassen hat, alles gegeben. Mit meiner Leistung (Anmerkung: Er stand das erste Mal in seiner Karriere in der Startelf der Bundesliga-Profis) bin ich nicht unzufrieden, auch wenn es natürlich immer besser geht.“
 
Markus Pink: „Es war wieder ein wichtiges Tor, aber die ganze Mannschaft hat zu diesem Sieg beigetragen. Wir haben uns die drei Punkte aufgrund der Leidenschaft verdient.“
 
Kapitän Patrick Farkas: „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber keineswegs unverdient.“

Goalie Markus Kuster: „Wir haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet und letztlich wenig Chancen zugelassen. Wenn eine Chance da war, war ich zur Stelle.“
 
Sturm-Spieler Donis Avdijaj: „Ich suche keine Ausreden. Meine guten Chancen muss ich reinmachen. Fertig.“