Erstellt am 07. Mai 2015, 07:05

von Bernhard Fenz

Keine Lizenz für die BVZ Burgenlandliga. Traditionsklub Sigleß darf im Falle des Falles nicht aufsteigen. Der Platz ist zu schmal, es gibt keine Ausnahme mehr.

SV Sigleß: Dreieinhalb Meter Breite fehlen am Sportplatz für die Mindestgröße in der BVZ Burgenlandliga. Weil Ausnahmegenehmigungen nicht mehr vergeben werden, ist auch kein Aufstieg möglich. Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ
Nicht nur in der Bundesliga ist das Lizenz-Thema aktuell. Auch im Amateurfußball geht es um die Spielgenehmigungen für die nächste Saison.

Dabei sind die Kriterien von der 2. Klasse bis zur 2. Liga praktisch gleich. Erst beim Sprung in die höchste Liga des Landes – der BVZ Burgenlandliga – werden die Auflagen hinsichtlich Platzgröße, Kabinenanzahl, Kabinengröße, etc. erhöht.

Das fällt dem SV Sigleß, mit vier Punkten Rückstand auf Leader Neudörfl an sich noch voll im Aufstiegsrennen, nun auf den Kopf.

„Unmut über zu geringe Platzgrößen gestiegen“

Das Spielfeld des Klubs, der in der Vergangenheit schon in der Regionalliga Ost aktiv war und zuletzt 12/13 sowie 13/14 (da folgte der Abstieg retour in die 2. Liga Mitte) BVZ Burgenlandligist war, ist zu schmal.

102,3 Meter mal 60,5 Meter beträgt die letzte erhobene Platzkommissionierungs-Größe, 100 mal 64 Meter ist das nötige Mindestmaß. Somit fehlen dreieinhalb Meter in der Breite – 2012 wurde das beim Aufstieg im Zuge einer Ausnahmegenehmigung seitens des Verbands noch akzeptiert.

Mittlerweile werden für Liga-Neulinge genau solche Ausnahmen nicht mehr vergeben. BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl klärt auf: „In den letzten Jahren ist bei den Vereinen der Unmut über zu geringe Platzgrößen gestiegen, also hat man in den Durchführungsbestimmungen diese Kriterien für die BVZ Burgenlandliga klar definiert.“

„Wir werden den Platz nicht verbreitern“

Sigleß müsste also seinen Platz breiter machen. Der Aufwand, um den Platz zu vergrößern, sei aber einfach zu groß, ganz zu schweigen davon, dass einfach zu wenig Platz vorhanden sei.

Für den Verein (der als einziger möglicher Burgenlandliga-Aufsteiger der 2. Ligen dieses konkrete Problem hat) bedeutet das in der Praxis: Bis auf weiteres ist kein Aufstieg möglich. Obmann Arnold Ernst: „Wir wissen, dass der Platz zu schmal ist. Ohne Ausnahmegenehmigung wird es nicht gehen. Verbreitern werden wir den Platz jedenfalls nicht.“

Kuriosum am Rande: Eine Stufe höher gilt beim Aufstieg von der BVZ Burgenlandliga in die Regionalliga Ost – wo bekanntlich Vereine aus Wien, NÖ und dem Burgenland aktiv sind – wieder die (von der 2. Klasse bis zur 2. Liga gültige) Mindestplatzgröße von 90 mal 60 Meter. Hintergrund: In Wien könnten einige Vereine aufgrund des generellen Platzmangels die Anforderungen sonst nicht erfüllen.