Erstellt am 06. Januar 2011, 18:22

Skispringen: Morgenstern sichert einmaligen ÖSV-Tournee-Hattrick. Thomas Morgenstern hat am Donnerstag in Bischofshofen den bisher einzigartigen ÖSV-Hattrick bei der Vierschanzen-Tournee perfekt gemacht.

Vielleicht wird es ihm erst so richtig bewusst werden, wenn er tatsächlich einmal Zeit hat, in aller Abgeschiedenheit darüber nachzudenken. Thomas Morgenstern hat am Donnerstag mit seinem ersten Tournee-Sieg seiner jetzt schon so erfolgreichen Karriere einen weiteren Markstein zugefügt. Dementsprechend hat er im Auslauf der Paul-Außerleitner-Schanze auch die Siegerehrung, das Abspielen der österreichischen Hymne und den Jubel der 30.000 Fans genossen.

"Die Gefühle kann man schwer beschreiben, es war ein unglaublicher Tag. So etwas hab ich noch nie erlebt, wie heute am Siegespodest, es ist mir kalt über den Rücken gelaufen. Ich freue mich und bin froh, dass der Druck jetzt weg ist", meinte Morgenstern, der als haushoher Favorit in die Tournee gegangen war. Jetzt, wo er auch den Tournee-Gesamtsieg erreicht hat, wünschte er sich Zeit für sich selbst. "Man ist einfach sehr gerührt. Ich glaube, ich brauche Zeit für mich selbst, um das Ganze real werden zu lassen. Es ist alles wie in einem Film, es läuft noch einmal die Tournee schnell durch. Es ist absolut schön."

Morgenstern hat mit 24 schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und dafür empfindet er Demut. "Tournee-Sieger klingt wunderschön. Ich bin dankbar, dass ich auf das mit meinen 24 Jahren zurückblicken kann. Das ist nicht selbstverständlich." Natürlich eröffnen sich für ihn auch im Rest der Saison noch viele weitere Möglichkeiten. Der zweite Weltcup-Gesamtsieg scheint mit dieser Form ebenso möglich, wie das erste Einzel-WM-Gold in der Wiege des Nordischen Sports, auf dem Holmenkollen in Oslo. "Ich werde versuchen, den Rest der Saison meinen Spaß zu haben. Ich werde ihn mitnehmen zu den nächsten Springen. Es fällt mir jetzt umso leichter, speziell für die WM."

Überglücklich war freilich auch der Erfolgstrainer, Alexander Pointner. "Ich möchte dem Thomas gratulieren. Es war fantastisch. Es ist schon etwas Besseres, wenn man die Tournee drei Jahre hintereinander gewinnt mit drei Sportlern. Toll, wenn jeder etwas vom Kuchen abkriegt", freute sich der gebürtige Grieskirchener. Die Erwartungshaltung sei riesig gewesen, Morgenstern habe sich auch die (unverständliche) Verzögerung im ersten Durchgang, als er trotz guter Bedingungen noch vom Balken geholt worden war, nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Er hat sein Ding gemacht. Die Sachen, die er steuern konnte, hat er gesteuert."