Erstellt am 08. Mai 2015, 23:14

von Bernhard Fenz

Aufstieg vertagt. Der SV Mattersburg war beim direkten Duell am Freitagabend gegen den LASK so knapp dran – und verpasste den vorzeitigen Aufstieg dann doch um wenige Augenblicke.

 |  NOEN, Matthias Schranz

Ein Treffer zum 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit verhinderte den Jubel über das fixierte Comeback in der Tipico Bundesliga. Egal! Die Grün-Weißen haben vier Runden vor Schluss weiterhin zehn Punkte Vorsprung auf die Linzer und können am Dienstag beim Heimspiel gegen Austria Lustenau den Gang nach oben aus eigener Kraft fixieren.

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Auch wenn der Ärger groß sein mag, weil die Burgenländer bereits in Pasching gegen den LASK alles klarmachen hätten können: Im Rennen um den Aufstieg ist tatsächlich nichts passiert, nach wie vor weisen die SVM-Profis einen komfortablen Zehn-Punkte-Vorsprung auf. Das heißt also: Gewinnen die Grün-Weißen am Dienstag daheim gegen Lustenau, muss niemand mehr auf das Parallel-Ergebnis der Linzer achten, denn dann wären die Burgenländer drei Runden vor Schluss uneinholbar vorne.

Positiv am Rande: Die Mannschaft von Trainer Ivo Vastic übernahm mit diesem Unentschieden die Tabellenführung der Ersten Liga, weil Leader Liefering (aufgrund der Red-Bull-Zugehörigkeit und dem „großen Bruder“ Salzburg in der Bundesliga nicht aufstiegsberechtigt) in St. Pölten verlor. Also sangen die zahlreich mitgereisten SVM-Fans nach Schlusspfif auch zu Recht – und sicher nicht aus Frust: „Wir werden Meister!“

LASK – MATTERSBURG 2:2.

Im Vorfeld waren die Formel-Rechnungen für einen möglichen Aufstieg bekannt: Mattersburg und ein Sieg war bei zehn Punkten mehr und fünf ausbleibenden Runden gleichbedeutend mit einem uneinholbaren Vorsprung für die restlichen vier Partien auf den LASK, jedes andere Ergebnis hielt die Oberösterreicher noch theoretisch im Aufstiegsrennen.

All das theoretische Geplänkel hätte gleich nach dem Anpfiff des Schlagers Ende der ersten Minute eine praktisch greifbare Note erhalten, als die Burgenländer die erste Riesenchance vorfanden. Ein Freistoß von Jano landete beim völlig freistehenden Thorsten Mahrer, der aufgerückte Verteidiger schlenzte den Ball aber über die Latte – eine 100-prozentige Gelegenheit.

In der Folge beruhigte sich die Partie aber, ein zu hoher Schuss von Karim Onisiwo in Minute sieben sollte keine ernsthafte Gefahr für LASK-Goalie Pavao Pervan darstellen. Trotzdem kontrollierten die Gäste die Partie, den Oberösterreichern fehlte bei ihrer Mission „Aufholjagd“ vorerst das nötige Rezept für zwingende Chancen, von einem Tor ganz zu schweigen.

Starke LASK-Phase mit der 1:0-Führung belohnt

Das sollte sich aber nach einer schwachen halben Stunde insofern ändern, als der LASK aus einem Standard zumindest zur ersten guten Gelegenheit kam und damit einen starken schwarz-weißen Zwischensprint einläutete. Es war definitiv die beste Phase des Spiels. Wenig  später tauchte Stürme Radovan Vujanovic erstmals gefährlich vor Goalie Markus Kuster auf, letztlich kam er aber zu keinem Abschluss. Noch gefährlicher wurde es dann, als die Linzer im Zuge eines Gegenstoßes plötzlich eine Drei-zu-eins-Überzahl vorfanden, der Ball aber nicht gut genug zu den völlig freistehenden Barry und Vujanovic weitergeleitet wurde.

Und doch war die Führung dann irgendwie die logische Folge. 31. Minute: Freistoß Nikola Dovedan in den Strafraum und Shawn Barry schloss per Hechtkopfball ab – 1:0.

Die Mattersburger Antwort folgte zwar, war aber zu harmlos, als etwa Karim Onisiwo auf Markus Pink flankte, dessen zu schwacher Kopfball aber Richtung Corner geklärt werden konnte. Erwähnenswert bis zur Halbzeit bleiben noch ein (nicht gegebenes) Abseitstor des LASK, ein guter Schuss von Dovedan sowie ein energischer Vorstoß von Michael Novak (der aber per „Field Goal“ abschloss…).

Rascher Ausgleich nach Wiederbeginn

Nach Wiederbeginn war es erst der LASK, der am 2:0 anklopfte, als Vujanovic gefährlich im Sechzehner auftauchte. Statt Elfer für die Gastgeber zückte Schiri Robert Schörgenhofer aber Gelb für die Nummer zehn des LASK – der Referee entschied auf Schwalbe.

Und so schnell kann es gehen: Im Gegenzug jubelten die Burgenländer über den Ausgleich. Minute 51: Markus Pink nutzte einen fehlgeschlagenen LASK-Rettungsversuch und traf trocken ins lange Eck – es war der 17. Saisontreffer des Kärntners.

Der LASK? Versuchte durch Nikola Dovedan eine passende Antwort zu finden, allerdings streifte sein Schuss um Zentimeter am Tor des SVM vorbei.

Mahrer mit dem Tor in die Tipico Bundesliga – bis zur 93. Minute…

In weiterer Folge wogte die Partie hin und her, doch es sollte erst noch ganz dick kommen für den SV Mattersburg – und zwar im positiven Sinn. 78. Minute: Ein Einwurf von links landete bei Dominik Doleschal, der flankte zur Mitte und Thorsten Mahrer gelang per Kopf das vermeintliche Siegestor. Plötzlich knisterte es im Auswärtssektor, der große Coup war greifbar, der SVM stand vor der Rückkehr in die Bundesliga – bis zur 93. Minute. Da war es Florian Templ, der eine Flanke per Kopf über Kuster hinweg ins Tor bugsierte. Zu diesem Zeitpunkt kam der Ausgleich absolut überraschend.

Sei’s drum. Der Dienstag kann kommen – da ist die Austria Lustenau zu Gast. Und da will sich Grün-Weiß die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen!


Statistik

LASK - SV MATTERSBURG  2:2 (1:0).- Torfolge: 1:0 (31.) Barry, 1:1 (51.) Pink, 1:2 (78.) Mahrer, 2:2 (93.) Templ .
Gelb: Michorl (30., Foul), Vujanovic (51., Unsportlichkeit), Erbek (86., Foul), Neuhold (90., Foul), Fabiano (92., Foul); Mahrer (37., Foul).
SR: Schörgenhofer.- Waldstadion, 2.431.
LASK: Pervan; Erbek, Hieblinger, Neuhold, Kerschbaumer (82. Savic); Dovedan, Michorl (90. Luckeneder), Fabiano, Barry (71. Dorta); Templ, Vujanovic.
Mattersburg: Kuster; Höller, Mahrer, Rath, Novak; Farkas, Prietl (87. Malic), Jano, Perlak (62. Sprangler), Onisiwo; Pink (72. Doleschal).


Stimmen

SVM-Trainer Ivo Vastic: „Wir haben sehr gut mit einer hundertprozentigen Chance begonnen, haben das Spiel kontrolliert und aus einer Standardsituation das Gegentor kassiert. Die Mannschaft hat aber immer an sich geglaubt, dass sie das Spiel drehen kann. Wir sind verdient in Führung gegangen, beim Kopfball zum 2:2 konnte man nichts machen, das hat er sensationell gemacht.“
 
SVM-Spieler Michi Perlak: „Bitter, wenn man so spät den Ausgleich bekommt. Es war sicher nicht unsere beste Partie, wir haben aber trotzdem nach der Führung das Spiel unter Kontrolle gehabt. Jetzt heißt es: Volle Konzentration und die Kräfte bündeln für Dienstag.“
 
SVM-Spieler Alois Höller: „Das fühlt sich heute an wie eine Niederlage, es tut weh. Wir haben in der zweiten Halbzeit verdient die Führung erzielt, der späte Ausgleich war blöd.“
 
SVM-Spieler Thorsten Mahrer: „Schade, dass wir den Sieg noch hergegeben haben, wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt. Jetzt legen wir alles daran, dass wir es am Dienstag daheim klarmachen."